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Dormagen: So fit sind Dormagens Schüler

Dormagen : So fit sind Dormagens Schüler

Über 500 Grundschüler haben am Sport- und Bewegungsmodell "Pro Fit" teilgenommen. Ihre Fitness liegt im landesweiten Durchschnitt. Für Schwächere legt die Stadt Förderprogramme auf.

Die Stadt muss sich um die Migrantenkinder Sorgen machen. Hier vor allem um die türkischen Mädchen. Denn die Untersuchungen zum Sport- und Bewegungsmodell "Pro Fit" unter allen Grundschülern hat bei ihnen die größten Defizite ergeben. Anders die OGS-Kinder: Sie sind die fittesten. Professor Theodor Stemper von der Bergischen Universität Wuppertal attestiert Dormagens Grundschülern, dass sie den "Normerwartungen" entsprechen. Heißt: Sie sind nicht viel fitter als andere in ihrem Alter in Nordrhein-Westfalen, aber auch nicht langsamer oder unbeweglicher.

Seit 2008 nimmt die Stadt am Sport- und Bewegungsmodell "Pro Fit" teil. Dabei werden in einem ersten "Check" die Grundschüler der ersten Klassen aller Grundschulen sowie einzelne Gruppen der Offenen Ganztagsschule (OGS) überprüft und einem Re-Check unterzogen, wenn diese Schüler in der Jahrgangsstufe vier sind. Die Ergebnisse bekommen die Eltern, mitsamt Hinweisen auf entsprechende Fördermöglichkeiten. Die Testreihe sieht so aus, das die Erstklässler ihre Fähigkeiten in acht Übungen beweisen müssen: vom zehn-Meter-Sprint über Standweitsprung und Sit-ups bis zum sechs-Minuten-Lauf. Zwei Erkenntnisse: Sind die Kinder jünger, sind sie über zehn Meter schneller; beim Standweitsprung kamen die Jungen in der Regel acht bis zehn Zentimeter weiter als die Mädchen. Und: Beim "Re-Check" zeigten die Kinder bessere Leistungen, so Stemper. "Weil sie natürlich auch älter sind. Aber auch trainierter." Denn im zunehmenden Alter fördern Mitgliedschaften in Sportvereinen die sportmotorischen Fähigkeiten. "Kindern, die bei den Tests schlecht abgeschnitten haben, unterbreiten wir Förderangebote", sagt Bernd Lewerenz vom Dormagener Sportservice. "Aber die sind natürlich freiwillig. Ob Kinder mitmachen, ist letztlich eine Sache der Eltern." Rund 50 Kinder mit Sport-Förderbedarf habe man erreicht. Aber es kommt auch vor, dass Eltern die Auffassung vertreten, ihr Kind benötige keine besondere Sportförderung, obwohl die Notwendigkeit auf der Hand liege, so Lewerenz.

Zum Beispiel aufgrund von Übergewicht. Zwar stellt Sport-Professor Stemper fest: "Dormagens Grundschüler sind im Vergleich nicht besondern dick oder dünn." Aber die aktuelle Feststellung des Body Mass Index ergab auch, dass etwas mehr als ein Viertel der Dormagener Grundschüler unter- bzw. übergewichtig ist und lediglich 45 Prozent der Jungen und Mädchen innerhalb des Normbereiches lagen. Bernd Lewerenz sieht keinen Handlungsbedarf: "Man darf in diesem Alter den BMI nicht überbewerten. Dieser Wert passt nicht zu allen Kindern."

(NGZ)