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Dormagen: So entsteht ein Stundenplan

Dormagen : So entsteht ein Stundenplan

Wenn am 22. August die Schule wieder los geht, bekommen alle Dormagener Schüler einen neuen, korrekten Stundenplan. Barbara Krieger vom Leibniz-Gymnasium erklärt, wie viel Arbeit er macht und wie er entsteht.

Es sind viele Schritte bis zum perfekten Stundenplan. Schon an Pfingsten beginnen Barbara Krieger und ihre Kollegen mit den Vorbereitungen für das neue Schuljahr. "Der Stundenplan organisiert das Geschehen an der Schule", sagt Krieger.

Die 46-Jährige ist stellvertretende Schulleiterin des Leibniz-Gymnasiums und dort für die Erstellung des Stundenplans zuständig. "Richtig viel Arbeit" sei das, sagt sie. Ihre Sommerferien sind deswegen auch wesentlich kürzer. "Das ist ein großes mathematisch, kombinatorisches Problem", sagt Krieger.

Alles beginnt mit der Unterrichtsverteilung. Welcher Lehrer unterrichtet welche Klasse? Wer arbeitet überhaupt in Voll- oder Teilzeit, wer bekommt die beliebten Entlastungsstunden, für Arbeiten neben dem Unterricht? "Da muss ich auch darauf achten niemanden zu benachteiligen", so Krieger. Dazu gehöre dann auch, die Klausurbelastung für die Lehrer in Grenzen zu halten. Die verfügbaren Lehrerdaten werden dann mit der Stundentafel des Ministeriums verglichen. "Darin steht, welchen Unterricht die Schüler der jeweiligen Klassen haben", sagt die 46-Jährige. Kombiniert wird das Ganze dann mit einem Programm für den Computer. "Ohne kann ich mir das gar nicht vorstellen."

Sie weiß, dass die komplizierte Arbeit früher an riesigen Magnettafeln per Hand erledigt wurde. Heute findet Krieger zunächst einmal einen völlig leeren Datensatz vor. In kleine Eingabemasken trägt sie jedes Fach, für jede Klasse mit Lehrer und dazugehörigem Raum ein. Dabei muss sie hochkonzentriert sein. "Ein Eingabefehler kann alles durcheinander bringen", sagt Krieger.

Deswegen schaut zur Kontrolle ein Kollege noch mal drüber. Zuerst berechnet Krieger Sport, Schwimmen und parallele Kurse. Also Stunden, die schwer zu legen sind, weil sie zum Beispiel nur in bestimmten Räumen stattfinden können oder eine ganze Stufe betreffen und schwer zu verschieben sind. Danach werden alle anderen Stunden ergänzt. "Ich habe noch nie erlebt, dass das Programm sofort einen fertigen Stundenplan ausspuckt", sagt Krieger. Meistens blieben etwa 20 Stunden übrig, die nicht verplant werden können.

Deshalb sei sie selbst gefragt. "Fummelarbeit", nennt die Lehrerin das. "Wenn es das erste Mal aufgeht, ist das immer ein schönes Gefühl", sagt sie. "Der Stundenplan ist ja auch ein pädagogisches Werkzeug." Erkennbar etwa am Doppelstunden-System, das das Leibniz-Gymnasium seit ein paar Jahren praktiziert. Am Ende erhält jeder Lehrer einen Stundenplan für jede Klasse. Ein ganzes Jahr lang bestimmen diese Blätter das Leben von Schülern und Lehrern. Aber Krieger weiß: Nach dem Stundenplan ist vor dem Stundenplan.

(NGZ/rl)