Dormagen: So bleiben Altenheime konkurrenzfähig

Dormagen : So bleiben Altenheime konkurrenzfähig

Um sich von privaten Anbietern abzusetzen und dafür zu sorgen, dass der Aufenthalt für die Menschen komfortabler wird, setzen Dormagens Altenheime auf zusätzliche Angebote. So plant das Malteserstift Kooperationen mit Fachärzten.

Die Nachrichten sind selbst für etablierte Senioreneinrichtungen alarmierend: Immer mehr traditionelle Altenheime klagen über nicht belegte Betten, weil die Konkurrenz durch ambulante und teilstationäre Angebote privater Anbieter wächst. Im Rhein-Kreis gebe es bereits Einrichtungen, die zur Hälfte leer stünden, berichtet Marcus Mertens von der Heimaufsicht des Kreises. Dass die fünf Altenheime in Dormagen im Gegensatz dazu gut dastehen (Mertens: "In Dormagen wird der Bedarf ziemlich genau getroffen"), kommt nicht von ungefähr: Alle Einrichtungen haben ein eigenes Profil entwickelt, um ihren Bestand zu sichern.

So hat das Malteserstift St. Katharina erst im vergangenen Jahr sein "Alleinstellungsmerkmal" im Rhein-Kreis Neuss, nämlich die Schwerpunktpflege für junge Menschen, von 13 auf 17 Plätze erhöht. Alle sind belegt, weiteren Bedarf sieht Marc Strobel, kommissarischer Heimleiter, zurzeit nicht. Zudem können die beiden Kurzzeitpflege-Plätze bei Bedarf flexibel auf acht, sogenannte "eingestreute Kurzzeitpflegeplätze", erweitert werden. Um den Bewohnern den Aufenthalt so komfortabel wie möglich zu gestalten, wurde im vergangenen Jahr ein Therapie-Raum für die Krankengymnastik geschaffen.

Und nun plant Strobel die Einrichtung eines Behandlungsraumes. Der soll Fachärzten zur Verfügung stehen, die dann regelmäßig in die Einrichtung kommen. "Wir haben einen Fragebogen an alle Ärzte im Raum Dormagen geschickt, wollten wissen, wie wir die Zusammenarbeit intensivieren können", sagt Strobel.

Bereitschaft sei grundsätzlich da, doch die Mediziner wünschen sich einen separaten Untersuchungsraum. "Es wäre sehr hilfreich, wenn zum Beispiel regelmäßig ein Hals-, Nasen-, Ohren- sowie ein Zahnarzt zu uns kämen", sagt Marc Strobel. Daran wird nun gearbeitet.

Dem Seniorenzentrum Markuskirche ist es gelungen, "Teil des Quartiers Horrem" zu werden, wie es Diakonievorstand Bernd Gellrich ausdrückt: "Wir sind im Stadtteil anerkannt und akzeptiert." Das liegt auch an zahlreichen Angeboten, die über den stationären Pflegebereich hinaus gehen. Es gibt einen Mittagstisch, Gottesdienste der evangelischen und katholischen Kirche, eine angegliederte ambulante Pflegestation und die Möglichkeit für Gruppen, die Räume im Seniorenzentrum zu nutzen. "Wir sind gut vernetzt", urteilt Gellrich. Für das Magazin Focus zählt die Einrichtung zu Deutschlands "Top-Pflegeheimen 2015". Vielseitig aufgestellt ist das Caritas-Zentrum in Nievenheim. Ein Schwerpunkt dort ist der "Lebensraum für dementiell veränderte Menschen"; dazu passend gibt es das Demenzcafé "Vergiss mein nicht".

Eine Besonderheit des innerstädtischen Alloheims - die 24-Stunden-Aufnahme. "Außerdem können unsere Bewohner ihre Haustiere mitbringen, wenn sie oder ihre Angehörigen sie versorgen", sagt Pflegedienstleiterin Sabine Nielsen.

(NGZ)
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