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Dormagen: Skepsis gegenüber Flüchtlingsunterkunft am Ortsrand

Dormagen : Skepsis gegenüber Flüchtlingsunterkunft am Ortsrand

CDU-Politiker Johannes Deußen hält nicht viel davon, Menschen an der abgelegenen Böttgerstraße unterzubringen.

Die gemeinsame Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen in einem Haus an der Piwipper Straße in Rheinfeld beschäftigt seit einiger Zeit die städtischen Behörden - und auch die Polizei. Denn das Nebeneinander hat sich zu einem Problem entwickelt, das auch auf die Nachbarschaft durchschlägt. Anwohner hatten sich massiv über Lärmbelästigungen und Streitereien beschwert und dazu auch eine Unterschriftenliste an die Verwaltung übergeben. Nun gibt es Überlegungen, die Situation zu entschärfen.

Robert Krumbein, der Erste Beigeordnete der Stadt Dormagen, brachte in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses/Ausschuss für soziale Angelegenheiten ein Grundstück an der Böttgerstraße in Hackenbroich ins Gespräch. Dort, an der Stadtgrenze zu Köln, befindet sich in der Nähe des Tierfriedhofs ein Grundstück, das für die Unterbringung von Flüchtlingen hergerichtet werden soll, wie Krumbein den Ausschussmitgliedern berichtete. "Wir wollen dort eine Kapazität von bis zu acht Plätzen schaffen", sagte der Erste Beigeordnete. Wohnraum könnte es entweder in Containern oder in einer Art Wohnwagen geben. Nach Krumbeins Einschätzung könnten Areal und Wohneinrichtungen bis spätestens April soweit hergerichtet werden, dass sie nutzbar wären.

Im Ausschuss stieß Krumbeins Bericht nicht auf ungeteilte Zustimmung und schon gar nicht auf Freude. Christdemokrat Johannes Deußen, der Vorsitzende des Gremiums, meldete sich zu Wort und äußerte sich kritisch. Die geplante Unterbringung von Flüchtlingen an der Böttgerstraße sei aus seiner Sicht keine gute Nachricht, sagte Deußen. Er habe Zweifel, weil sich der Standort in Randlage befinde, weit weg vom Alltagsleben in der Innenstadt. "Das ist nicht gut für die Integration der Menschen", urteilte der CDU-Politiker. Sein Ortsverband Dormagen um die Vorsitzende Elke Wölm hatte im Februar vorgeschlagen, die problematische und sanierungsbedürftige, aber gut gelegene Unterkunft an der Piwipper Straße zu verkaufen und mit dem Erlös einen Neubau nahe der Polizeiwache im Zentrum zu finanzieren.

(NGZ)