Dormagen: Sieben Monate auf dem Atlantik gesegelt

Dormagen: Sieben Monate auf dem Atlantik gesegelt

Der 16 Jahre alte Nievenheimer Lukas Maxeiner ist nach seiner langen Tour auf dem Segelschiff "Roald Amundsen" wieder zurück in der Heimat: "Die Atlantiküberquerung war krass", schwärmt er von den Eindrücken.

Eine überwältigende Zeit hat Lukas Maxeiner aus Nievenheim in den vergangenen sieben Monaten auf Hoher See verbracht. Wie der 16-Jährige jetzt nach seiner Rückkehr berichtet, war seine erste Atlantiküberquerung auf dem Segelschiff "Roald Amundsen" einfach "der Wahnsinn: Vier Wochen haben wir nichts anderes als Wasser gesehen." Gemeinsam mit 29 anderen Schülern und vier Lehrern, dazu jede Menge erfahrener Crew-Mitglieder, hat Lukas bei der "High Seas High School" (HSHS) des Internatsgymnasiums Hermann-Lietz-Schule Spiekeroog ausgiebig die Karibik vom Segelschiff aus erkundet - und dabei viel gelernt.

Der Nievenheimer Lukas Maxeiner an Bord der "Roald Amundsen". Der Nievenheimer Lukas Maxeiner an Bord der "Roald Amundsen". Foto: Maxeiner

"Die Kameradschaft untereinander war unglaublich toll", bestätigt er. Dabei war die Fahrt alles andere als Freizeit: "Wir haben rund um die Uhr in mehreren Schichten für Essen, Sauberkeit und Schiffspflege gesorgt, dazu mussten wir immer das Schiff, das Wetter und die Umgebung im Blick behalten", erläutert der 16-Jährige, für den sein Geburtstag an Bord zu den schönsten Erinnerungen zählt. "Das war krass, wir lagen mal wieder mitten im Sturm, es blitzte sehr lange", erzählt er. Da kein offenes Feuer an Bord gestattet war, nahm er die Blitze als Geburtstagskerzen-Ersatz.

Minutenlang lagen sich die Schüler der "High Seas High School" nach ihrer Rückkehr in den Armen. Foto: Maxeiner

Geschlafen wurde in elf Kammern, die meisten davon Viererzimmer, allerdings hat der großgewachsene Lukas Maxeiner oft im Aufenthaltsraum, der Messe in einer der einzigen Zwei-Meter-Kojen - und auch in einer der beiden Hängematten übernachtet. Das klappte gut, wie Lukas sich überhaupt die ganze Zeit wohl auf dem Schiff gefühlt hat: "Ich war einer der wenigen Schüler, die weder see- noch landkrank wurden", berichtet er lachend. Daher hat er besonders häufig Küchendienst gemacht. "Für mich ist das immer noch eine Kombüse und keine Küche, die Wörter vom Schiff werden sicher noch eine Weile meinen Wortschatz bestimmen", sagt der Heimkehrer, der aber sehr froh ist, wieder zu Hause zu sein, Familie und Freunde treffen zu können.

  • Segelndes Klassenzimmer

Unglaublich schöne Landschaften, Inseln und Meerbereiche hat Lukas Maxeiner auf der Jubiläums-Tour - der 25. Fahrt - der HSHS in die Karibik gesehen. Auf den San-Blas-Inseln hat er mit den Kuna-Indianern Basketball gespielt und in Costa Rica mit Forschern den Urwald durchquert und an einem Cross-Lauf durch den Dschungel teilgenommen. "Wir haben selbst Zuckerrohr geerntet und eine der giftigsten Spinnen der Welt gesehen", erzählt er von Begegnungen.

"Das war ein großer Traum, den ich mir erfüllen durfte", sagt Lukas Maxeiner, der allerdings alles auf sich zukommen ließ und sich nichts Konkretes vorgestellt hatte. Vor vier Jahren hatte er mit seinen Eltern Martina und Stefan Maxeiner, die selbst segeln, die Fachmesse "boot" in Düsseldorf besucht und dort einen Flyer des Internats-Segeltörns mitgenommen. Lukas musste sich bewerben, wozu auch ein Eignungsschreiben seiner Lehrer gehörte.

Jetzt beendet Lukas das Schuljahr auf Spiekeroog, bevor er dann nach der Mittleren Reife nahtlos am Leibniz-Gymnasium in die Qualifizierungsphase 1 (Q1) einsteigen will.

(NGZ)