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Dormagen: Senioren-Überfall aufgeklärt

Dormagen : Senioren-Überfall aufgeklärt

Nach ähnlichen Fällen in Neuss ist ein älteres Ehepaar an der Zonser Straße Opfer eines Räuber-Quartetts geworden. Die Täter konnten geschnappt werden. Die Polizei kündigt an, derartige Fälle besonders ernst zu nehmen.

Ihre Methode war perfide: Vier junge Männer klingelten am Sonntag gegen 16.45 Uhr an der Haustür eines älteren Ehepaars an der Zonser Straße. Als die 71-jährige Bewohnerin die Tür öffnete, fragten die Männer zunächst nach dem Sohn. Als die Frau angab, dass sie keinen Sohn habe, stürmte das Quartett in das Haus und stieß sie zu Boden.

Ehemann war zu Hilfe geeilt

Der 72-jährige Ehemann, der seiner Frau zu Hilfe eilte, wurde von den jungen Männern geschlagen. Während einer der Täter die Opfer bewachte, durchsuchten die anderen das Haus nach Diebesgut. Sie nahmen Bargeld, Schmuck, ein Navigationsgerät, sowie ein Handy mit. Das Ehepaar wurde bei dem Überfall verletzt und stand unter Schock. "Das ist ein schwerer Eingriff in das Sicherheitsgefühl der Betroffenen", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Er kündigte an, dass die Polizei bei solchen Fällen besondere Anstrengungen unternehme, um die Täter zu fassen.

So geschehen auch im Fall an der Zonser Straße. Im Rahmen der eingeleiteten Fahndung nahm die Polizei zwei 17 Jahre alte Jugendliche aus Köln vorläufig fest. Einer von ihnen hatte ein Messer bei sich. Auch einen Teil der Beute stellten die Beamten sicher. Kurz nach deren Festnahme gelang es den Ermittlern einen dritten Tatverdächtigen aus dem Quartett zu stellen. Es handelt sich um einen 19-jährigen aus Köln. Alle Drei legten bereits Geständnisse ab. Am Dienstag konnte auch der vierte Täter gestellt werden. Dem 17-Jährigen, die die Polizei als Haupttäter ausgemacht hatte, war offensichtlich der Fahndungsdruck zu groß geworden. Der Polizei bekannte Dormagener, stellte sich den Ermittlern.

Noch am gleichen Tag wurde er einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ und ihn umgehend in Untersuchungshaft schickte. Die Ermittlungen dauern an.

Ähnliche Taten hatten sich zu Beginn des Jahres in Erfttal und Selikum abgespielt. Bewaffnete und maskierte Männer hatten in Neuss Senioren von über 80 Jahren bedroht und beraubt. Auch diese Täter im Alter zwischen 15 und 20 Jahren konnten gefasst werden. Drei von ihnen sitzen inzwischen hinter Gittern.

Wie sich Opfer in solchen Fällen verhalten können? Selbstbewusstsein schreckt potenzielle Täter von vornherein ab, so die Polizei. In kritischen Situationen sollte schnellstmöglich die nächstgelegene Polizeidienststelle kostenfrei über den Notruf 110 benachrichtigt werden. Außerdem bietet die Polizei Selbstbehauptungskurse für Senioren an. Opfer können sich an Organisationen wie den Weißen Ring wenden.

(NGZ)