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Dormagen: Sekundarschule: Politik respektiert Eltern-Votum

Dormagen : Sekundarschule: Politik respektiert Eltern-Votum

Die positive Resonanz der Eltern auf die neue Sekundarschule überrascht alle. Wenn sie 2014 kommt, läuft die Realschule Mitte aus.

Als Schuldezernentin Tanja Gaspers am Dienstagabend die Schulexperten der Stadt über das Ergebnis der Elternbefragung informierte, herrschte erst einmal Schweigen im Saal. "Ich war baff", sagt Hans-Jürgen Niehues, "ein solch klares Ergebnis habe ich nicht erwartet." Mit dieser Haltung war der Vorsitzende des Stadtelternrates nicht alleine.

Das große Interesse der Eltern der Dormagener Zweit- und Drittklässler an der Sekundarschule hat politische Folgen: "Selbstverständlich werden wir uns dem Verfahren zur Errichtung der Schule nicht entgegenstellen. Wir haben immer betont, dass der Elternwille für uns an oberster Stelle steht", sagt Bernhard Schmitt, Fraktionschef der SPD, die sich im Vorfeld klar für eine zweite Gesamtschule ausgesprochen hat.

Die Verwaltung wird dem Stadtrat vorschlagen, die Einrichtung dieser neuen Schulform vorzubereiten. Zuvor wird der Schulausschuss sich in seiner Sitzung am 14. Mai mit den Ergebnissen der Befragung befassen. Dort werden auch detaillierte Rahmenbedingungen diskutiert. Zum Beispiel das Auslaufen der Realschule am Sportpark. "Im nächsten Jahr wird es kein Anmeldeverfahren bei uns mehr geben", sagt Rektorin Bettina Mazurek. Sie sieht die Entwicklung "mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn das Schulsystem muss sich verändern. Die Eltern haben klare Wünsche — auch in Richtung Ganztag."

Ein Thema werden auch die Kooperationspartner der neuen Sekundarschule sein. Diese sollen es das benachbarte Bettina-von-Arnim-Gymnasium und die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule sein. An letztere Schule denkt vor allem die schulpolitische Sprecherin der SPD, Birgit Burdag: "Als mögliche Kooperationsschule bietet sich natürlich die Gesamtschule an, da hier in der Jahrgangstufe 11 sozusagen eine Vorbereitung auf die folgenden Jahrgänge 12 und 13 stattfindet, womit ein sanfter Übergang gewährleistet ist." Im Übrigen haben Eltern bzw. die Schüler es selbst in der Hand, an welcher Oberstufe sie sich bewerben. Eine Zwangsbindung an die Oberstufe der Kooperationsschulen soll es nicht geben, heißt es.

Die CDU sieht den Elternwillen "glasklar anders, als es die SPD herbeireden wollte", sagt Anja Wingerath. "Uns ist es gelungen, durch unser Angebot zu einem ,Dormagener Schulfrieden' den gesamten Informations- und Diskussionsprozess aus der Parteipolitik herauszuhalten." Eine zweite Gesamtschule hätte zu einer "Kannibalisierung des Schulsystems" geführt. Für den Stadtelternrat bedeutet das "eindeutige Ergebnis", dass nun "alle an einem Strang ziehen werden, um die neue Schule zu einem Erfolg zu führen", sagt Vorsitzender Niehues. "Wichtig ist es, dass diese Schule bald Gestalt annehmen wird und ein Gesicht erhält." Die Stadteltern bieten ihre Mitarbeit weiter an. Am BvA-Gymnasium, der möglichen Kooperationsschule, gibt es schon erste Überlegungen, den Übergang von Schülern in die Oberstufe zu erleichtern, "vielleicht durch einen Transfer-Coach", sagt Direktor Theodor Lindner. "Sehr zufrieden", so Rektor Alois Moritz, ist man an der Realschule Hackenbroich, die zwar nicht wie gewünscht zur Sekundarschule werden kann, aber als einzige Realschule erhalten bleibt.

(NGZ/rl)