Sekundarschule in Dormagen ist Großbaustelle

Bildung in Dormagen : Die Sekundarschule ist eine Großbaustelle

Nach vielen Problemen geht es auf dem Gelände der Sekundarschule endlich weiter. In den bald beginnenden Sommerferien zieht die Schule komplett in die Räume der dann ausgelaufenen Realschule. Nur die Mensa bleibt in Betrieb, die dann von allen Schülern weiter genutzt werden kann.

Die problematischste Baustelle der Stadt ist wieder in Bewegung: Lastwagen laden auf dem Gelände der Sekundarschule Unmengen von Sand ab, Flächen werden planiert, im Schulgebäude laufen Sanierungen. „Es hat lange gedauert, ehe die Schadstoffsanierung abgeschlossen war“, erklärt die städtische Beigeordnete Tanja Gaspers. Die Sekundarschule entpuppte sich als Wundertüte, die nach und nach immer wieder Überraschungen bereit hielt. Keine erfreulichen: Die Kosten stiegen von ursprünglich 8,15 auf 14,5 Millionen Euro. Mehr sollen es auch nicht mehr werden, versichert Gaspers, die als Fertigstellungstermin für die „neue“ Sekundarschule den Schuljahresbeginn 2020/21 nennt. „Die Schüler sollen dann ihre Schule wieder beziehen können.“

Wie kompliziert die Verhältnisse vor Ort sind, verdeutlicht die Fläche, wo ein Neu- bzw Anbau entstehen soll: Weil dort ehemalige Schützengräben aus dem Weltkrieg entdeckt wurden, die nur recht lose verfüllt worden sind, müssen dort 51 Bohrpfähle bis neun Meter Tiefe in die Erde gerammt werden, von denen jeder über 50 Zentimeter stark ist. In dem Bereich wurde auch der Boden auf einer Fläche von gut 1700 Quadratmetern in einer Tiefe von 3,40 Metern ausgetauscht. Sorgen bereitete auch das Bestandsgebäude der Schule. Als die abgehängten Decken entfernt wurden, wurde im Putz jede Menge Asbest entdeckt. Das Gebäude musste mit Folien verhängt werden, um ein Verbreiten des Staubs zu verhindern. „Das ganze Gebäude ist statisch nicht optimal“, so Gaspers. „Bei der Baukonstruktion müssen wir nachlegen.“

Das Bauprojekt Sekundarschule hatte im Frühjahr für Aufsehen gesorgt, weil „vergessen“ worden war, 2,44 Millionen Euro in den Wirtschaftsplan einzusetzen, ebenso die enormen Kostensteigerungen insgesamt. In einer Sondersitzung des Eigenbetriebs erläuterte der Projektsteuerer Norbert Brauer den entsetzten Politikern die Hintergründe. Er gab damals an, dass erst nach der Schadstoffsanierung erkannt wurde, welche zusätzlichen Mängel noch vorhanden sind, wie zum Beispiel fehlender Brandschutz oder Durchbiegungen im Deckenbereich, weil die tragenden Eisenelemente falsch angebracht worden waren. Brauer sprach in diesem Zusammenhang von „dramatischen Entwicklungen“. Das lag offenbar auch an internen Missständen. Denn Brauer musste einräumen, dass er als Projektsteuerer beim verantwortlichen Objektplaner (Architekt) und Tragwerksplaner nicht durchdrang. „Wenn man als Projektsteuerer sagt, ,mach das’ und das wird nicht umgesetzt.“ Gespräche mit den Planern hätten keine Lösung gebracht. „Es war ein ständiges Ringen um ein Planungsergebnis.“ Letztendlich wurde der Vertrag mit dem Tragwerksplaner aufgekündigt und der immer wieder erkrankte Objektplaner jetzt durch den zweiten Projektsteuerer Andreas Bischoff ersetzt. Hinzu kam ein weiterer Aspekt, der zu Verzögerung und Verteuerung beigetragen hat: „Es sind Dinge nicht gemacht worden, weil sie nicht gefordert waren“, sagte Bischoff. Am Anfang waren an der Sekundarschule nur 50.000 Euro für eine energetische Gebäudesanierung vorgesehen. Bischoff: „Zuerst ging es um ,schöner Wohnen’, dann ist das immer mehr gesteigert worden.“

In den bald beginnenden Sommerferien zieht die Schule komplett in die Räume der dann ausgelaufenen Realschule. Nur die Mensa bleibt in Betrieb, die dann von allen Schülern weiter genutzt werden kann.

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