Sekundarschule Dormagen hofft auf Imagegewinn

Umbau für über acht Millionen Euro : Sekundarschule hofft auf Imagegewinn

Mit den Um- und Neubauten sowie der Präsentation eines Schulnamens wird 2019 ein wichtiges Jahr.

Es ist eng im Büro von Bettina Mazurek. Die Leiterin der Sekundarschule verfügt über 20 Quadratmeter und die teilt sie sich mit ihrer Stellvertreterin und einer weiteren Kollegin. Aber bald wird alles besser: Nicht nur mit der Verdoppelung der Bürofläche, die sie dann alleine nutzen kann, sondern durch den Um- und Neubau der gesamten Schule. Im August/September kommenden Jahres soll die jüngste Schulgründung in Dormagen auf den neuesten Stand gebracht sein. Das lässt sich die Stadt 8,15 Millionen Euro kosten – mehr als doppelt so viel wie vor zwei Jahren noch vorgesehen, als es „nur“ um einen Ausbau auf vier Züge ging. „Es wird alles ein gutes Ende haben“, sagt Mazurek hoffnungsfroh.

Bis es soweit ist, herrscht täglicher „Wandertag“ auf dem Gelände zwischen Haberland- und Bahnhofstraße. Denn die Hälfte der rund 400 Schüler ist ausgelagert in die leer stehende Realschule an der Beethovenstraße. Schüler und Lehrer der Sekundarschule sind Teil eines Großprojekts, zu dem auch die Entstehung des Lernortes Horrem gehört. Der wird später fertig, weil es viel zu teuer geworden wäre, für eine Übergangszeit die Realschule am Sportpark so herzurichten, dass Sekundarschüler und Horremer Grundschüler unter einem Dach untergebracht werden können: 850.000 Euro gegenüber dem jetzigen Modell mit 138.000 Euro. Vor allem freuen sich die Verantwortlichen auf den neuen Trakt A, in dem dann alle Fachräume samt Aufzug untergebracht sind. Die befinden sich jetzt in der Realschule, so dass täglich ein reger „Pendelverkehr“ der Schüler stattfindet. Die Lehrer müssen die fünf Minuten, die als Pause zwischen zwei Unterrichtsstunden liegen, nutzen, um von Standort A (Realschule) zu Standort B (Sekundarschule) zu kommen – oder umgekehrt. „Wir sind ein sportliches Kollegium“, sagt Mazurek mit einem Lächeln.

Viele Eltern sorgten sich um ihre Kinder wegen der häufigen Querung der Haberlandstraße, dem Wunsch der Schule nach einer Hilfe durch eine Druckampel wurde nicht entsprochen. Am Montag erläuterten Projektsteuerer und Vertreter der Stadt interessierten Eltern in der voll besetzten Mensa die detaillierten Pläne, auch um ihnen Ängste zu nehmen.

Während anderenorts (Beispiel Neuss) Sekundarschulen zugunsten einer Gesamtschule umgewandelt werden, „haben die Politiker in Dormagen ihren Konsens gefunden“, meint Rektorin Mazurek. Sie bedauert die aus ihrer Sicht bei weitem noch nicht ausreichende Anerkennung der neuen Schule, die im Sommer in die neunte Jahrgangsstufe geht. „Die Probleme sind mit einem Namens- oder Schulformwechsel nicht verschwunden“, glaubt sie. „Die Sekundarschule bietet alles was man braucht“, sagt die didaktische Leiterin der Schule, Ramona Krekovic. „Wir haben ein sehr gutes Schulkonzept und ein junges, sehr engagiertes Kollegium.“ Die letzten Lernstandserhebungen haben gezeigt, „dass wir im Vergleich mit den Gesamtschulen mitschwimmen“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Andrea Leven. Die Schule will weg vom Image der ehemaligen Hauptschule. Das könnte sich mit der künftig neuen Optik dieses Gebäudes verändern und mit einem Namen, den die Schule bekommen soll. „Den werden wir zur Feier des Neubaus präsentieren“, kündigt Mazurek an.

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