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Dormagen: Seit 30 Jahren Therapeutin für Senioren

Dormagen : Seit 30 Jahren Therapeutin für Senioren

Die gebürtige Ückeratherin Brigitte Jarczewski hat eine Ausbildung zur Übungsleiterin für Sturzprävention gemacht. Ihre Kurse für Senioren erfreuen sich großer Beliebtheit. Bereits seit 30 Jahren arbeitet sie im therapeutischen Bereich.

Ein Sturz auf den Hosenboden tut immer weh, für ältere Menschen kann er aber schnell lebensgefährliche Folgen haben. Um das zu verhindern gibt es in Dormagen jetzt mit Brigitte Jarczewski eine ausgebildeten Lehrerin zur Sturzprävention.

Ihren ersten Kursus leitet sie seit Oktober in Hackenbroich — und das mit großem Erfolg. "Dass die Senioren von dem Angebot so begeistert sind, hätte ich nicht gedacht", erklärt Jarczewski stolz. Demnächst wird sie auch zwei weitere Kurse für Senioren in der evangelischen Kirche in Nievenheim anbieten, darunter auch eine Gruppe nur für Männer. "Die Nachfrage ist groß, weil Stürze und deren Prävention vor allem bei älteren Menschen ab 75 Jahren ein großes Thema sind", sagt die 54-Jährige.

Die Ausbildung zum Übungsleiter für Sturzprävention ist Teil des Projektes "Aktiv und mobil im Alter", das vom Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss organisiert wird. "Nach der sechstägigen Ausbildung dürfen die Teilnehmer nun im stationären wie auch ambulanten Bereich Kurse leiten", erklärt Cornelia Löbhard-Mann vom Kreisgesundheitsamt. So haben mit Brigitte Jarczewski 18 Mitlernende den Schein zum Übungsleiter für Sturzprävention gemacht. "Wir waren eine ganz tolle Gruppe und haben uns sehr gut verstanden", lobt Jarczewski.

Derzeit gibt es rund 30 Kurse dieser Art im Kreis. "Die zwei Säulen des Programms sind die Kräftigung der Muskulatur und die Stärkung des Gleichgewichtes", sagt die freie Übungsleiterin. Dabei werde die Muskulatur auch mit Hilfe von Hanteln aufgebaut während das Gleichgewicht mit rhythmischen und tänzerischen Übungen gestärkt werde. Je nach Alter der Gruppe werden Hilfsmittel wie ein Stuhlkreis zum Festhalten aufgebaut. Hauptaugenmerk wird auf die Prävention von Stürzen gelegt, "Sinn und Zweck der Übungen ist es nicht hinzufallen", sagt Löbhard-Mann. "In dem Kursus wurde aber auch ein theoretischer Unterbau erarbeitet, wie zum Beispiel Medikamente auf den Gleichgewichtssinn wirken."

"Das Programm wird von den Krankenkassen anerkannt. Denn die Häufigkeit von Stürzen ist bei regelmäßigen Teilnehmern geringer und die Verletzungen sind weniger schwerwiegend", sagt Cornelia Löbhard-Mann vom Kreisgesundheitsamt. Auch sei der Zeitaufwand nicht zu hoch, "eine bis zwei Stunden pro Woche und ein Paar Übungen zu Hause reichen aus."

Erfahrungen im Anleiten von Gruppen hat Jarczewski schon seit langem: "Ich habe schon vor 30 Jahren Sportkurse in einem Seniorenheim gegeben. Auch damals war das schon ein Gleichgewichtstraining. Somit kehre ich quasi wieder zu meinen beruflichen Wurzeln zurück." Als gelernte Motopädin und Erzieherin habe sie in ihrem Berufsleben schon viele Erfahrungen im pädagogisch-therapeutischem Bereich sammeln könne: "Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Berufsleben. In diesem Bereich habe ich einfach schon sehr viel gemacht."

Geboren ist die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen übrigens in Delrath. "Allerdings habe ich auch in Österreich, Köln und Wuppertal gelebt, bin aber wieder in meine Heimat zurückgekehrt", sagt Brigitte Jarczewski.

(NGZ/ac)