Dormagen: Sechs Jahre Haft für tödlichen Angriff auf Dormagener

Dormagen : Sechs Jahre Haft für tödlichen Angriff auf Dormagener

Mit einer langen Gefängnisstrafe ist am Kölner Landgericht am Donnerstag der Prozess um den Tod eines 39 Jahre alten Familienvaters aus Dormagen in der Silvesternacht zu Ende gegangen. Die Richter verurteilten einen 16-Jährigen aus Köln-Bickendorf unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu sechs Jahren Jugendgefängnis. Zwei 15 und 17 Jahre alte Komplizen kamen mit Bewährungsstrafen davon.

"Wir sind mit dem Urteil einverstanden", sagte Rechtsanwalt Bernd Neunzig am Abend nach der fast zweieinhalbstündigen Urteilsbegründung. Der Opferanwalt vertrat im Prozess die Ehefrau des getöteten Dormageners und dessen drei Kinder. Er hatte ebenso wie die Staatsanwältin gut sechs Jahre Jugendstrafe beantragt, das Gericht blieb nur knapp darunter. "Wichtig für uns war, dass das Gericht festgestellt hat, dass von dem Opfer keine Aggressivität ausgegangen war", so Neunzig. Vielmehr habe es in der Silvesternacht Streit um Böller gegeben. Aziz G. habe zusammen mit Freunden in Bickendorf gefeiert. Die Jugendlichen hatten die Feuerwerkskörper auf die Balkone von Anwohnern geworfen, daraufhin hatte sich der Dormagener die Jungen "zur Brust nehmen wollen", so der Anwalt. Letztlich jedoch hätten die Jugendlichen ihn überwältigt und den deutlich älteren Mann in den "Schwitzkasten" genommen. "Am Ende hat einer der drei ein Messer geholt und es dem Opfer dreimal in die Brust gerammt", so Neunzig. Folgerichtig hatte das Landgericht den 16-Jährigen nun auch wegen Totschlags verurteilt. Die Mittäter hatten offenbar nicht damit gerechnet, dass der Haupttäter tatsächlich zum Messer greifen würde. "Alle drei haben sich unter Tränen am letzten Verhandlungstag bei den Angehörigen entschuldigt", so Verteidiger Achim Maur.

(mape)
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