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Dormagen: Schulstreit Delhoven: CDU will Sonderlösung

Dormagen : Schulstreit Delhoven: CDU will Sonderlösung

In Brief ans Schulministerium wird eine zweite Eingangsklasse an der Tannenbuschschule gefordert.

Die Dormagener CDU macht im Streit um die 13 künftigen Erstklässler, die ab Sommer statt in Delhoven in Straberg zur Schule gehen sollen, Druck: Auf seiner Sitzung beschloss der Vorstand des Ortsverbandes Dormagen, in einem Brief an Schulministerin Sylvia Löhrmann und an die Bezirksregierung eine Sonderlösung für diese Schüler zu fordern. Sie nennt es eine "flexiblere Ausgestaltung des Schulgesetzes". Der für Delhoven zuständige Stadtverordnete Jo Deußen sagte: "Die Bedeutung des Besuchs der ,eigenen' Grundschule in unserem stadteilgeprägten Dormagen ist anders zu bewerten als in großen Städten mit fließenden Stadtteilübergängen. Da darf man nicht einfach nur die reine Kilometer-Entfernung beurteilen."

Die Tannenbuschschule hat ab kommendem Schuljahr zwei Standorte: in Delhoven und in Straberg. Weil es in Delhoven zu viele Anmeldungen für die bislang nur einzügige Schule gibt, sollen nach derzeitigem Stand 13 Erstklässler nach Straberg ausweichen. Sehr zum Unmut der betroffenen Eltern. Gestern Abend gab es dazu ein Treffen zwischen ihnen und Vertretern der Stadt. Geplant ist ein täglicher Bustransfer zwischen beiden Standorten.

Für Jo Deußen ein Unding. Er erinnert an eine ähnliche Situation vor vier Jahren in Delhoven, damals bat die CDU vergebens um eine Sondergenehmigung für die Bildung einer zweiten Eingangsklasse. Letztlich hängt es nicht an einer Raumproblematik, sondern an der fehlenden Lehrkraft. "Es geht um Heimat und um soziale Bindungen", argumentiert Deußen. "Unserer Ansicht nach geht es nämlich nicht um die Organisation, sondern um das Leben in einem Stadtteil. Dort ist eine Grundschule ein integrierender Faktor und damit auch der dortige Besuch von Kindern, die in diesem Stadtteil leben und ihre sozialen Bezüge haben."

Mit Blick auf die politische Situation im Land sieht Deußen die SPD- und Grünen-Landtagskandidaten und Bürgermeister besonders gefordert.

(schum)