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Dormagen: Schulsozialarbeit bis Ende 2014 gesichert

Dormagen : Schulsozialarbeit bis Ende 2014 gesichert

Drei Schulsozialarbeiterinnen kümmern sich in Dormagen darum, dass finanziell schwach gestellte Eltern die Bildungs- und Teilhabeunterstützung der Bundesregierung nutzen. Wie es nach Ablauf der Förderfrist weitergeht, ist offen.

Wenn Anna Meyer am Morgen ihre Arbeit in ihrem kleinen Büro an der Grundschule Burg in Hackenbroich aufnimmt, ahnt sie, dass es vielleicht wieder ein Wundertüten-Tag wird: Was genau geschehen, mit welchen Themen sie konfrontiert werden wird — das kann sie morgens nicht sagen. Die 28-Jährige ist eine von den drei Schulsozialarbeiterinnen, die seit einem Jahr an drei Dormagener Schulen stationiert sind und von dort in die Stadtteile hinein wirken sollen.

Dabei geht es vor allem um Hilfestellungen für Eltern und Alleinerziehende, denen es finanziell nicht so gut geht und die auf jeden Euro schauen müssen. Ihnen sollen die Möglichkeiten aufgezeigt werden, womit sie ihrem Kind doch den Schulausflug oder eine Nachhilfe bezahlen können. Bis Ende 2014 ist die Finanzierung der drei Stellen gesichert. Was kommt dann? "Da ist zunächst einmal der Bund gefordert", sagt Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrates.

Der Einsatz der 14 kreisweit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) der Bundesregierung Tätigen ist offenbar erfolgreich. Wenn es auch keine exakten Messdaten gibt, so doch Hinweise für das positive Wirken. Kreisweit haben die Schulsozialarbeiter die Leistungsberechtigten bei über 26 Prozent der Anträge unterstützt. In Dormagen sind Anna Meyer und ihre Kolleginnen Aline Müllejans und Ludmilla Guenther sehr engagiert: 389 Anträge wurden von Mai bis Dezember vergangenen Jahres von ihnen unterstützt. Zum Vergleich: In Grevenbroich lag die Zahl bei 260 Anträgen. Dezernent Gerd Trzeszkowski bald in einer Runde mit Schulen, Sozial- und Jugendamt eine Zwischenbilanz ziehen.

Die 28-jährige Meyer berichtet, dass sie inzwischen vor Ort sehr gut vernetzt ist, Eltern und Lehrer verstärkt das Gespräch suchen. Inzwischen stellt sie fest, dass "immer stärker pädagogische Arbeit gefragt ist". Das heißt zum Beispiel, dass Anna Meyer Eltern bei Gesprächen in der Schule begleitet. Sie ist mittags auch in der Offenen Ganztagsschule in der Hausaufgabenbetreuung tätig. "Insgesamt eine sehr abwechselungsreiche Arbeit, die jeden Tag etwas Neues bringt." Und eine Arbeit, die geschätzt wird: "Es ist einfach sehr gut, wenn bei Problemen eine solche Fachkraft sofort da ist und helfen kann", sagt Christine Foth, Konrektorin der Schule Burg.

Nur wie lange noch? "Bis Ende 2014 und vielleicht noch ein paar Tage weiter", sagt Steinmetz. Das Technologiezentrum des Rhein-Kreises ist Arbeitgeber der Schulsozialarbeiter, die Finanzierung läuft komplett aus Bundesmitteln. Steinmetz, der von der Schulsozialarbeit als einem "guten Instrument vor Ort" spricht, sagt: "Stellt der Bund die Finanzierung ein, gibt es drei Möglichkeiten: Die Kommunen bezahlen das Projekt weiter, der Rhein-Kreis zahlt oder es wird eingestellt."

(NGZ/rl)