1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Schulschließungen vom Tisch

Dormagen : Schulschließungen vom Tisch

Das erste von vier Bürgerforen stieß auf gute Resonanz. Die Sparvorschläge der Verwaltung wurden kritisiert, aber die Lernorte im Grundsatz bejaht, die die Schließung von Grundschulen verhindern sollen.

Etwas über zwölf Millionen Euro fließen in diesem Jahr in den Schulbereich. In den kommenden Jahren soll es deutlich weniger werden, weil die Stadt so stark wie nie zuvor sparen und ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) aufstellen muss. Wie, wo und wen es treffen soll — darüber wurden interessierte Bürger am Mittwoch Abend im ersten von vier Bürgerforen informiert. Eine Initiative aus der Politik, auf die sich die Jamaika-Koalition und die SPD geeinigt haben. In einer lebhaften Runde übten die rund 70 Gäste Kritik an den vorgelegten Sparvorschlägen. Vor allem im Bereich der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule und bei Fördermaßnahmen.

Kritische Fragen gab es auch zu möglichen Schulschließungen. Doch in diesem Bereich gibt es offenbar große Entwarnung: Nach kritischen Rückmeldungen aus der Politik hat die Verwaltung — wie berichtet — das Projekt Lernorte in die Diskussion gebracht, um so die Schließung von Grundschulen zu verhindern, was von der Politik selbst bei einzügigen Schulen nicht gewollt ist. Mit der Entwicklung "gemeinsamer Lernorte für Bildung und Betreuung in Elementar- und Sekundarbereich", wie es die Verwaltung formuliert, soll es ab 2017 möglich sein, jährlich 270 000 Euro zu sparen. Teilnehmer des Fachforums Schule in der Aula der Gesamtschule Nievenheim bezweifeln solche finanziellen Effekte, weil eine solche Gemeinsamkeit unter einem Dach Investitionen verlangen (Toiletten, Mensa, Ruheräume), die die gewünschte Einsparung neutralisiert.

Eingangs hatte Kämmerer Kai Uffelmann, der mit Schuldezernentin Tanja Gaspers die Verwaltung vertrat, die prekäre finanzielle Situation der Stadt sowie die demographische Entwicklung dargelegt. Unter anderem den Rückgang der Schülerzahl von 7266 in diesem Schuljahr auf 6189 in 2016/17. Eine Entwicklung, die auch auf die OGS durchschlagen soll. Die dortige Betreuungsquote soll auf 55 Prozent fixiert ("die Betreuung soll nicht weiter ausgedehnt werden", so Uffelmann), die Betriebskostenzuschüsse an die OGS-Träger reduziert werden, so dass es zu Einsparungen ab 2017 von rund 363 000 Euro kommen soll. Die vorgeschlagene Reduzierung des städtischen Zuschusses um 2875 Euro pro Gruppe könne aber, so Uffelmann, dadurch um die Hälfte reduziert werden, wenn der Elternbeitrag für die OGS auch die Geschwisterkinder erfasst. Dies würde jährlich 75 000 Euro mehr bringen. Uffelmann räumte ein, das viele Spareffekte innerhalb des HSK auf Annahmen beruhen. "Treffen die nicht ein, müssen andere Bereiche beim Sparen aushelfen."

(NGZ/ac)