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Schulprojekt des Festivals Alte Musik Knechtsteden in Horrem

Christoph-Rensing-Schule : Horremer Schüler erleben Beethoven

Kinder für klassische Musik begeistern: Das ist das Ziel der neuen Kulturpatenschaft, die das Festival Alte Musik Knechtsteden jetzt mit der Christoph-Rensing-Schule schließt. Mit Profis erforschen Schüler den Orchesterklang.

Musik macht Spaß und fördert die Kreativität – das können die Schüler der dritten und vierten Klassen der Christoph-Rensing-Schule in weniger als zwei Wochen erleben. Dann probieren die jungen Musiker des „ensemble reflektor“ mit ihnen Instrumente aus und machen gemeinsam Musik, die ins Konzert mit Ausschnitten aus Ludwig van Beethovens „Schicksalssinfonie“ Nummer 5 mündet. Am Mittwoch, 19. September, beginnt um 18.30 Uhr in der Turnhalle der Horremer Grundschule die Aufführung der Schüler und des Ensembles, das am 22. September auch das Eröffnungskonzert des Festivals Alte Musik in der Basilika Knechtsteden mitbestreiten wird.

Das berühmte „Tatatataaa!“ – die vier ersten Töne der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven – gehören zu den bekanntesten Motiven der klassischen Musik. „Jeder kennt sie, jeder singt sie, selbst als Filmmusik wurde Beethovens Sinfonie schon verwendet“, weist Michael Rathmann, Geschäftsführer des Festivals Alte Musik, auf den Bekanntheitsgrad „der Fünften“ hin. Froh und stolz ist er, dass die 40 jungen Profimusiker des „ensemble reflektor“ bereit waren, zwei Tage vor ihrem Probebeginn nach Horrem zu kommen, um „mit ihrem geballten Orchestersound in einem Workshop auf rund 100 Grundschüler“ zu treffen: Instrumente werden vorgestellt und ausprobiert, der Orchesterklang erforscht und gemeinsam Musik gemacht.

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Die Ergebnisse dieses Experiments münden in eine gemeinsame Aufführung am 19. September, die „den Auftakt unserer Kulturpatenschaft“ bildet, der im Anschluss an das rund 50-minütige Konzert gefeiert wird. „Wir wollen mit unserem neuen musikpädagogischen Konzept an einer Grundschule starten“, weist Rathmann darauf hin, dass das bisher an einem Tag angebotene „Junge Festival“ als „Appetitanregung“ für viele Besucher nun auf kontinuierliche Förderung von Schulkindern an zunächst einer Schule umgestellt wird: „Weg vom Gießkannenprinzip hin zu einer Kulturreihe, die wir gern auf andere Dormagener Schulen ausweiten wollen.“ Natürlich bleibe die gute Zusammenarbeit mit dem Norbert-Gymnasium Knechtsteden als Nachbar des Festivals davon unberührt.

Schulrektorin Adelheid Rothenburg ist froh. „Die Schüler sind schon ganz aufgeregt und freuen sich auf ihre musikalische Entdeckungsreise“, sagt sie. „Ich finde es toll, dass wir hier so große Unterstützung erhalten.“ Finanziert wird die neue Reihe als „Anschub“ durch das Festival Alte Musik, aber auch Mittel des Projektes „Soziale Stadt Horrem“ könnten genutzt werden. Als zweiter Baustein startet nächste Woche das Musikvermittlungs-Projekt „Singpause“ in den zweiten Klassen, das Ulrike Neukamm vom Festival Alte Musik an der Christoph-Rensing-Schule anbietet und das bereits erfolgreich in Düsseldorf und Grevenbroich läuft: Töne entdecken, den Rhythmus erfahren, Improvisieren mit Stimme und Lauten. „Dabei wird nicht in der Pause gesungen, sondern die Musiker kommen in den Schulunterricht, den sie dann für 20 Minuten unterbrechen, bevor er wieder weitergeht“, erläutert die Oboistin, die Interesse für klassische Musik wecken will.