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Dormagen: Schulen proben richtiges Energiesparen

Dormagen : Schulen proben richtiges Energiesparen

Am Schulzentrum Hackenbroich wird ein Pilotprojekt eingerichtet, um dauerhaft Kosten zu senken.

Rund 250 000 Euro fallen jährlich für Strom, Heizung, Wasser und Abwasser am Schulzentrum Hackenbroich an. Diese Kosten versucht die Stadt Dormagen nun zu senken. Als Pilotprojekt wird ein Mess- und Überwachungssystem eingerichtet. Erwartet wird ein Einsparpotenzial von bis zu acht Prozent. Um mindestens 20 000 Euro soll die Überwachung in Hackenbroich den städtischen Haushalt jährlich entlasten. Angeschlossen an das Pilotprojekt, das der Betriebsausschuss des Eigenbetriebs zuletzt beschloss, wird neben den Gebäuden von Leibniz-Gymnasium und Realschule Hackenbroich auch die benachbarte Sporthalle.

"Ziel ist es, das Projekt vor den Sommerferien in Betrieb zu nehmen", sagt der Leiter des Eigenbetriebs der Stadt, Uwe Scheler. Bis das der Fall ist, werden Investitionskosten in Höhe von rund 35 000 Euro für die erste so genannte Monitoringstufe anfallen. "Im weiteren Verfahren sind Planungsaufträge zu erteilen und Bau- beziehungsweise Lieferleistungen für Mess- und Datenübertragungstechnik zu vergeben", fasst Scheler zusammen. Wie das Energiemonitoring funktioniert, machte Diplom-Ingenieur Ralf Weber von der Firma Adapton deutlich, die das Monitoringkonzept für die Stadt Dormagen erstellte: "Es werden zunächst zusätzliche Verbrauchszähler eingebaut, um Probleme zu lokalisieren." 15 bis 20 zusätzliche Zähler seien notwendig, um genau zu erheben, an welchen Stellen des Schulkomplexes wie viel Energie aufgewendet wird.

"Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll die vorhandene Technik im Schulzentrum neu eingestellt und optimiert werden", sagte Weber, der dies vorbeugende Wartung nennt. Kommt es zu einem Wasserrohrbruch oder heizt ein Kessel zu stark, sollen die Verbrauchszähler einen Alarm auslösen. "Eine Störungsmeldung kann zum Beispiel über SMS oder E-Mail unverzüglich an die verantwortlichen Stellen wie Hausmeister, Techniker oder Dienstleister wie Handwerker übermittelt werden", erläutert Scheler. Diese könnten schnell auf die Stör- oder Alarmmeldung reagieren, wenn der Verbrauch abweicht.

Ist der Hackenbroicher Versuch erfolgreich, soll nach Schelers Worten ein stufenweiser Ausbau auf weitere städtische Gebäude erfolgen: "Das komplette Mess- und Überwachungskonzept, als Teil des Energiemanagements der städtischen Liegenschaften, umfasst im Endausbau mehr als 36 Liegenschaften mit mehr als 100 Gebäuden." Die weiteren Leistungen, die für das Pilotprojekt notwendig werden, werden im Wettbewerb und unter Berücksichtigung der Vergaberichtlinien ausgeschrieben und vergeben. So werde "die Mess- und Datenübertragungstechnik produktneutral ausgeschrieben. Die Ausführung — Lieferung und Einbau — kann über das örtliche Handwerk erfolgen", versichert Scheler.

Der Betriebsausschuss stimmte der Einführung des Pilotprojektes zu. Hans-Joachim Woitzik (Zentrum) betonte, dass er den skizzierten Weg für einen sehr aufwendigen halte. "Ich bin sehr gespannt, ob wir diese Einsparung erreichen", sagte er. Rotraud Leufgen von der SPD hinterfragte die Folgekosten, die Ingenieur Weber mit jährlich 3500 Euro für die Software bezifferte.

(NGZ/ac)