Dormagen: Schul-AG widerlegt Trumps Aussagen

Dormagen: Schul-AG widerlegt Trumps Aussagen

Sieben 13- bis 18-jährige Schüler waren an dem Projekt zum Thema Klimawandel beteiligt. Gemeinsam widerlegten sie die umstrittenen Klima-Aussagen von US-Präsident Donald Trump und gewannen den Schülerwettbewerb "Digiyou".

Weil sie Trumps Aussage, der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen, überprüfen wollten, sammelten sieben Teilnehmer einer Arbeitsgemeinschaft am Bettina-von-Arnim-Gymnasium im Rahmen des Schülerwettbewerbs "Digiyou" eigene Daten zum Klimawandel und werteten diese aus. "Wir wollen den Schülern zeigen, dass es machbar ist, mit einfachen Mitteln Wissenschaft zu betreiben", sagt Marcel Essers, Lehrer für Politik und Chemie. Den Beweis dafür lieferten die 13- bis 18-jährigen Teilnehmer der AG. Mit ihrem Projekt zum Thema "Klimawandel - Alles Lüge!? Überprüfung von Trumps Klima-Aussagen" gewannen sie den Wettbewerb.

Mit der Anmeldung erhielten sie ein Startkapital von 500 Euro. Davon konnten sie mit Unterstützung von Praxair und Currenta einen Wetterballon kaufen und füllen. Die notwendige Technik für die Sonde programmierten und löteten sie selbst zusammen. Den Ballon mit der Sonde ließen sie bereits am 18. Dezember fliegen zusätzlich war er mit einer Kamera ausgestattet, die laut Lehrerin Ina Hohn mit ausschlaggebend für den Sieg war "Die Jury war beeindruckt, sie hat erst nicht geglaubt, dass wir die Bilder selbst aufgenommen haben."

Vergangenen Donnerstag war endlich der Wettbewerbstag, an dem die Schüler ihr Projekt präsentieren mussten. Dort stellten sie ihre eigenen, ausgewerteten Daten vor. "Wir haben tatsächlich feststellen können, dass die oberen Schichten der Atmosphäre im Vergleich zu historischen Daten wärmer sind, was zu einer höheren Luftfeuchtigkeit führt", berichtet Marcel Essers. Damit widerlegten sie Trumps Behauptung. Und es brauchte gerade mal circa 800 Euro, um den Beweis zu liefern. Außerdem sorgte Schüler Tobias (18) für Lacher, als er sich auf der Bühne zu einer spontanen Trump-Imitation hinreißen ließ.

  • Dormagen : Schul-AG mit Wetterballon gegen Trump

"Das Projekt ist so relevant für den Unterricht, weil es fächerübergreifend ist", sagt der dritte Betreuer des Projekts, Saber M'Barek. "Genau, wir vereinen Erdkunde, Chemie, Informatik und Politik", pflichtet ihm Ina Hohn bei. "Es hat sehr viel Spaß gemacht, es war sehr spannend, aber auch witzig. Wir waren einfach ein super Team", sagt Tobias. Er war auch bei dem Bergungsversuch der Sonde in Schopp, nahe Kaiserslautern, dabei. Da die Sonde aber in acht Metern Höhe hängengeblieben war, mussten sie ohne sie zurückfahren. "Wir hatten zwar die verrücktesten Ideen um die Sonde vom Baum zu holen", erzählt Tobias, aber letztendlich hatte die Feuerwehr die Bergung übernommen.

Für einen weiteren Schulwettbewerb hat sich die AG bereits angemeldet. Geplant ist ein zweiter Wetterballon. Dieser soll mit hochwertigeren Sensoren und einer 360-Grad Kamera für noch bessere Bilder ausgestattet sein. "Damit wollen wir eine Ozonmessung vornehmen und die Stärke der UV-Strahlen in der Stratosphäre messen. So bekommen wir weitere Daten, die wir mit den letzten vergleichen können", sagt Essers.

Die 1000 Euro-Preisgeld vom jetzigen Wettbewerb wollen die Lehrer und Schüler in weitere Projekte zum Thema Umwelt investieren. Unter anderem ist als Dauerprojekt eine Wetterstation im eigenen Gartenlabor geplant.

(NGZ)