Dormagen: Schüler versuchen sich als Ratspolitiker

Dormagen: Schüler versuchen sich als Ratspolitiker

Zum Abschluss des Planspiels Kommunalpolitik beantwortete die Stadtverwaltung von Schülern gestellte Anfragen, es wurde debattiert und gelacht. Die Jugendlichen sollen Einblicke in die Entscheidungsprozesse in ihrer Stadt erhalten.

Finale beim Planspiel Kommunalpolitik: Eine fiktive Ratssitzung bildete jetzt den Abschluss eines ungewöhnlichen Projektes, das jungen Menschen die Entscheidungsfindung in ihrer Stadt näher bringen sollte. 45 Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule hatten sich bereits Ende Februar zwei Tage intensiv mit dem Thema beschäftigt. Sie hatten Fraktionen gegründet und mit Hilfe von echten Ratsmitgliedern Anträge und Anfragen formuliert. Bei der simulierten Ratssitzung am Mittwoch übernahm Bürgermeister Erik Lierenfeld den Vorsitz - ganz so wie bei einer regulären Sitzung. Die Anfragen der Schüler-Fraktionen waren von der Verwaltung bearbeitet worden und wurden beantwortet.

Es herrschte eine aufgeregte Stimmung im Ratssaal, die Schüler saßen in ihren Fraktionen an den Tischen, an denen normalerweise die Ratsmitglieder der Stadt sitzen. Die Schüler sprachen sich ein letztes Mal ab und stellten noch letzte Fragen an ihre Betreuer. Christian Steg von der Friedrich-Ebert-Stiftung, die das Planspiel ins Leben gerufen hatte, hatte das erste Wort. Er fasste kurz die beiden Projekttage im Februar zusammen und erklärte das Ziel des Planspiels, nämlich "in Jugendlichen den Wunsch zu wecken, sich für Politik zu engagieren". Er bedankte sich außerdem beim Bürgermeister, der das Planspiel nach Dormagen geholt hatte. "Jetzt können die Jugendlichen ausprobieren, wie es sich anfühlt, ein Ratsmitglied zu sein", sagte er.

Lierenfeld übernahm das Wort. Er begrüßte die Anwesenden, teilte mit, dass der Rat beschlussfähig sei und stellte die anwesenden Verwaltungsmitglieder vor. Da niemand gegen die Tagesordnung stimmte, ging er gleich zum nächsten Punkt über.

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Zunächst wurden die Anfragen beantwortet. Die "Grünen-Fraktion" des Schülerrats wollte beispielsweise wissen, wie es mit dem Ausbau des Glasfaser-Netzes in Dormagen aussieht. Wie in einer echten Ratssitzung üblich, durften die Schüler-Fraktionen nachfragen, wenn bei der Beantwortung etwas unklar geblieben war. Auf die Beantwortung aller Fragen folgte die Debatte und Abstimmung der Anträge. Hier forderte zum Beispiel die "SPD-Fraktion" die Einrichtung einer Diskothek in Dormagen. Nach kurzer Diskussion und entkräftenden Argumenten des Bürgermeisters und der anderen Fraktionen zog sie ihren Antrag zurück.

Einige Schüler konnten den schlagfertigen Antworten des Bürgermeisters Paroli bieten, was für viele Lacher sorgte. Vor allem einer hatte auf alles eine passende Antwort oder eine Gegenfrage. "Das Planspiel hat mir gut gefallen, ich werde deswegen jetzt auch Sozialwissenschaften als Leistungskurs wählen", erzählte Lars (16) hinterher. Er könne sich auch vorstellen, später einmal in die Politik zu gehen. Lierenfeld erzählte am Ende der Ratssitzung, dass sie durchaus nah an eine reale herangekommen sei. Er sagte zu, dass einige Anträge noch einmal mit den Ratsmitgliedern diskutiert würden, zum Beispiel die geforderte Optimierung der Busfahrpläne. "Ich bin begeistert von dem Projekt, ich finde toll, dass die Schüler ihre eigenen Ideen einbringen konnten", sagte Lierenfeld nach der Sitzung. Die Kinder- und Jugendbeauftragte Julia Stöcker stimmte ihm zu und versicherte, dass es weitere Projekte dieser Art geben werde. Lehrer Ludger Bunten fasste treffend zusammen: "Schule trifft auf Wirklichkeit."

(NGZ)