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Dormagen: Schüler stellen Bildungsprojekt vor

Dormagen : Schüler stellen Bildungsprojekt vor

Die Bayer Science&Education Foundation hat drei Schulprojekte an der Realschule Hackenbroich gefördert. Bei der Vorstellung kamen einigen interessante Neuigkeiten heraus – auch über den Dormagener Bürgermeister.

Die Bayer Science&Education Foundation hat drei Schulprojekte an der Realschule Hackenbroich gefördert. Bei der Vorstellung kamen einigen interessante Neuigkeiten heraus — auch über den Dormagener Bürgermeister.

Dass Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann auch in der Rolle des Schülers eine routinierte Rolle macht, bewies er gestern in der Realschule Hackenbroich. Bei einem VIP-Experiment schlüpfte er zwar erstmal falsch herum in den Kitell, den er wohl mit einem OP-Mantel verwechselte, danach zerrieb er aber zur vollsten Zufriedenheit dreier junger Lehrerinnen eine Banane.

Die Zehntklässlerinnen zeigten dann, wie man die DNA einer Banane extrahiert. Ihr Projekt war mit 6000 Euro von der Bayer Stiftung Bayer Science&Education gefördert worden. Daneben wurden zwei weitere Projekte mit 3000 und 1266 Euro unterstützt.

"Wir haben seit 2007 in Dormagen Schulprojekte mit mehr als 100 000 Euro gefördert", erklärt Dirk Frenzel, Vertreter von Bayer, stolz. Die drei Schülerinnen Christin Neuen, Alina Vieten und Alina Matschkowski zeigten sich begeistert von ihrem Projekt. Sie hatten im Unterricht das Thema Genetik praxisnah erfahren und begreifen können.

"Es war toll, weil wir viele Versuche gemacht haben und viel selber ausprobiert haben", sagt Alina Matschkowski. Das neu gewonnene naturwissenschaftliche Wissen will die 15-Jährige auch bei ihrer Ausbildung zur Stylistin anwenden. "Da muss ich auch mit chemischen Verbindungen für die Tönungen arbeiten."

Die Unterstützung durch Bayer ist jedoch nicht ganz uneigennützig, gibt Frenzel zu. Denn obwohl der Fachkräftemangel bei Bayer noch nicht zu spüren sei, sei man in Zukunft auf die Rekrutierung von Nachwuchs angewiesen. "Und da sind solche Projekte natürlich ein gutes Mittel", erklärt Dirk Frenzel. Bei der Schülerin Christin Neuen scheint diese Taktik schon funktioniert zu haben: "Nach dem heutigen Tag werde ich mich noch einmal genauer informieren, welche Jobs es in dieser Branche gibt. Das ist sehr interessant."

Ein großes Lob schickten die Schülerinnen an ihre Lehrerin Tina van Wickeren. Denn sie hatte in 50 Stunden Arbeit das Projekt vorbereitet. "Die Anträge für die Fördergelder zu schreiben ging schnell. Die Vorbereitung des Unterrichts hat dafür sehr lange gebraucht", sagt van Wickeren. Denn sie musste die geeigneten Unterrichtsmaterialien aussuchen, kaufen und diese dann ins Projekt einbinden. "Dank der Materialien konnten wir die Genetik begreifbar machen", sagt die Biologie-Lehrerin. "Außerdem macht der Unterricht einfach mehr Spaß, das hat man auch bei den Schülern gemerkt, die Motivation war super."

Als besonderes Bonbon wird die Biologie-Klasse nun auch noch in ein Bayer-Labor nach Frankfurt fahren. "Dort werden wir unseren genetischen Fingerabdruck erstellen," erklärt van Wickeren stolz. Und auch der Bürgermeister lobte vor seinem Ausflug auf die Schulbank das Projekt: "Es freut uns, wenn sich Schüler in unserer Stadt mit den alltäglichen Phänomenen Natur, Technik und Umwelt in anspruchsvoller Form beschäftigen. Mit Blick auf den künftig weiter steigenden Stellenwert von Naturwissenschaften können wir nur davon profitieren, wenn innovative Ideen und junge Talente frühzeitig gefördert werden."

(NGZ/rl)