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Dormagen: Schüler besuchen Yad Vashem in Israel

Dormagen : Schüler besuchen Yad Vashem in Israel

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem war eines der Ziele für die 16 Schüler des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums bei ihrem Besuch in der israelischen Partnerstadt Kiryat Ono. Sie zeigten sich bewegt und beeindruckt.

Nichts für schwache Nerven ist der Besuch in Yad Vashem, dem Denkmal des jüdischen Volkes für den Holocaust, nach den Worten von Meike Sprickmann (17), die zusammen mit 15 Mitschülern vom Bettina-von-Armin-Gymnasium gerade erst aus Israel zurückgekehrt ist. Dort waren die Schüler auch zu Besuch in der Dormagener Partnerstadt Kiryat Ono.

"Das ist ein eindrucksvoller und bewegender Ort", sagt Meike rückblickend auf den Tag, den die Schülergruppe in Yad Vashem verbrachte. "Im ,Children's Memorial' (Kindergedenkstätte) am Schluss des Rundgangs hatte ich meine Schmerzgrenze allerdings erreicht", fasst sie zusammen. Zu bedrückend sei die Atmosphäre in dem großen dunklen Raum gewesen, in dem Kerzenlicht unzählige Male gespiegelt wurde. Über Lautsprecher wurden Namen und Alter der Kinder gesprochen, die während des Holocausts ihr Leben verloren. "Man fühlt richtig mit", erklärt Meike.

Das Museum zur Geschichte des Holocausts auf dem Gelände der Gedenkstätte Yad Vashem dokumentiert in neun unterirdisch angelegten Galerien die Geschichte der Shoah, des Völkermordes an den Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. In der Schule hatten sich die Dormagener Schüler bereits mit der Gedenkstätte beschäftigt. Schülerin Larissa Becker hielt in Israel zudem einen Vortrag zu Architektur und Zielsetzung der Gedenkstätte. "Videoinstallationen, Fotografien, Exponate, Dokumente und Kunstwerke wurden zur Darstellung in Yad Vashem genutzt", fasst der 16-jährige Moritz Krins zusammen. Die Ausstellung informiert nicht nur über die Zeit des Holocausts, sondern beispielsweise auch über die Situation der Überlebenden und deren Suche nach Angehörigen, von denen sie getrennt wurden.

Nach dem Besuch der Gedenkstätte sei die Stimmung der Schüler gedrückt gewesen. "Die Stätte ist ein würdiger Ort, des unglaublichen Leids der Menschen zu gedenken. Alle waren in sich gekehrt und hingen ihren Gedanken nach", sagt Gentijana Lahaj (18) und fügt hinzu: "Man glaubt, dass man in Deutschland aufgeklärt ist über das, was passiert ist. Doch wir haben gemerkt, dass es vieles gibt, das wir nicht wissen und uns auch nicht vorstellen können."

Dem bewegenden Gedenkstättenbesuch der Schülergruppe gingen zahlreiche Programmpunkte voraus. Die Dormagener waren bei Gastfamilien in Kiryat Ono, der israelischen Partnerstadt Dormagens, untergebracht. "An einem Tag haben wir in der Stadt und am Strand gedreht und nachmittags kurze Filme aus dem Material erstellt und sie mit Musik unterlegt", berichtet der 16-jährige Viktor Amhold nach dem Besuch einer israelischen Schule, die einen Schwerpunkt im Bereich Film setzt.

Über "What's app", einem Programm für Smartphones, über das kostenlos Nachrichten verschickt werden können, stehen die Dormagener Schüler noch immer mit ihren neu gewonnenen, israelischen Freunden in Kontakt. "Abends vergeht kaum eine Minute, ohne dass jemand etwas schreibt", erzählt Gentijana. "Wir wissen, dass wir uns im September, wenn die Schüler aus Israel nach Dormagen kommen, wiedersehen", ergänzt sie. Viktor zieht ein Fazit: "Wir haben ein neueres, moderneres Bild von Israel bekommen. Schwere Waffen haben wir nur in Jerusalem im Arabischen Viertel gesehen."

(NGZ/ac)