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Dormagen: Schmuckstück Schlosspark

Dormagen : Schmuckstück Schlosspark

Zons "Regionale 2010". Ein sperriger Begriff für eine tolle Sache. Im Rahmen dieses Projektes für das gesamte Rheinland wird auch Zons intensiv bedacht. Rund eine Million Euro werden im Rahmen des Projektes in die ehemalige Zollfeste fließen. Für 700 000 Euro wird die Burgmauer saniert und in neuem Glanz erstrahlen. Sie ist in einem relativ schlechten Zustand.

Die weiteren 300 000 Euro fließen in die Neugestaltung des Parks des Schlosses Friedestrom. Die Arbeiten sind bereits im Gange. Die Pläne zur Neugestaltung des Parks stammen von dem renommierten Landschaftsarchitekten Dr. Bernhard Korte, der unter anderem für die Anlage der Insel Hombroich verantwortlich zeichnet, für das Kaiserbad in Trier oder die Gestaltung der Deutschen Botschaft in Washington.

"Wir erwarten uns ein neues Bild des Parks und eine interessante Beziehung zu dem Museum", berichtet Tilmann Lonnes, Kulturdezernent des Rhein-Kreises Neuss. Einige der neuen Aspekte des Parks sind bereits sichtbar. Das baufällige Schiff am Eingang zum Park wurde fortgeschafft. Darüber hinaus wurden die Gräben freigelegt, das Efeu entfernt.

"Der alte Grabenverlauf entlang der alten Burgmauer wird wieder sichtbar", berichtete gestern der Dormagener Denkmalpfleger und Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Zons, Jürgen Waldeck, seinen Kollegen vom Rhein-Kreis. Sie waren zusammen mit Korte zu einem Abstimmungsgespräch nach Zons gekommen. "Es wird noch einige kleinere Veränderungen geben, doch das Gesamtkonzept bleibt bestehen", so Waldeck.

Das Gesamtkonzept sieht laut Lonnes unter anderem eine "blühende Schotterachse" vor, mit Kies bedeckte Wege, in die duftende Kräuter eingepflanzt werden. Diese Achse soll Nord- und Südtor miteinander verbinden. "Leider können die Gräben nicht mehr begehbar werden — die Bausubstanz ist einfach zu gefährlich für Spaziergänger" so Lonnes. Dafür werden die Gräben mit Wiesenschaumkraut bepflanzt, das im Frühjahr und Sommer wasserblau blüht. Der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg wird zur Aussichtsplattform mit Rheinblick umfunktioniert.

Ein besonderer Clou ist für Museums-Chefin Angelika Riemann, dass bei der Auswahl der Pflanzen im Sichtfeld des Museums ein Schwerpunkt auf jene Blumen gelegt wird, die auch die Exponate der Jugendstil-Sammlung zieren. "Damit ergeben sich ganz neue museumspädagogische Ansätze", so Riemann. Der Jugendstil-Architektur sieht sich die neue Parkgestaltung nicht verpflichtet. "Glücklicherweise", so Riemann, "denn die war äußerst sparsam."

Einen Wermutstropfen allerdings gibt es bei der neuen Anlage. Lonnes: "Es wird überlegt, einen bescheidenen Eintritt zu nehmen." Welche Höhe der haben könnte, steht noch nicht fest. Das soll im Kreiskultur-Ausschuss im Januar entschieden werden. Dabei wird auch überlegt, inwieweit Kombi-Tarife mit dem Museum und/oder Veranstaltungen im Schlossgelände verbunden werden. "Geplant ist, dass es in jedem Jahr zehn bis zwölf Tage geben soll, an denen der Park kostenfrei begangenen und bestaunt werden kann." Die Parkgestaltung soll laut Lonnes spätestens im Sommer kommenden Jahres abgeschlossen sein. Dann sollen auch die ersten Kräuter duften.

(RP)