Weniger Kosten und deutlich mehr Zuschauer: Schlankheitskur hat dem Theater gut getan

Weniger Kosten und deutlich mehr Zuschauer : Schlankheitskur hat dem Theater gut getan

Eine Steigerung der Zuschauerzahl um durchschnittlich 55 Prozent je Aufführung, kostendeckende Einnahmen und ein regelrechter Run auf Abonnements für die kommende Spielzeit ab September, das ist das Fazit des städtischen Kulturbüros nach einer Saison mit neuem Theaterkonzept.

Zwar präsentiert sich das Dormagener Theaterprogramm in der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums seit vergangenem Herbst in deutlich abgespeckter Form, doch die radikale Schlankheitskur hat der Veranstaltungsreihe gut getan. Statt zwei verschiedenen Abo-Ringen mit jeweils sechs Stücken gibt es nur noch ein Programm mit sechs Theaterabenden und einer Zusatzveranstaltung.

Statt Quantität bietet das städtische Kulturbüro lieber mehr Qualität - und das nicht nur auf der Bühne: Insbesondere die Umgestaltung des Foyers - wärmeres Licht, kleine Tische, Informationstafeln über das jeweilige Stück an den Wänden - haben sich deutlich auf die Stimmung des Publikums ausgewirkt. Das Catering in der Pause ist ausgeweitet und einige Vorstellungen durch Gespräche mit Intendanten und Schauspielern ergänzt worden, die ebenfalls sehr gut angekommen sind.

"Die Stimmung beim Publikum ist immens gut", freut sich Heinz Pankalla, neuer Kulturverantwortlicher bei der Stadt Dormagen. Die finanzielle Bilanz falle insbesondere deshalb so positiv aus, weil die Ausgaben erheblich gesenkt worden sind. Zwar hat die Stadt auch die Eintrittspreise leicht erhöht, deutlicher ins Gewicht fallen jedoch die Sparmaßnahmen bei der Zusammenstellung des Programms. Gab es in der Vergangenheit oftmals aufwändig inszenierte und teure, aber unpopuläre Stücke, setzt das Kulturbüro jetzt auf Highlights, die dennoch bezahlbar sind.

Während die Revue "Sekretärinnen" im alten Theaterkonzept - "nicht gerade ein Stück von Weltrenomee", so Pankalla - die stolze Summe von 19.391 Euro verschlungen hat, jedoch nur Einnahmen von 1.902 Euro erbracht hat, erwirtschaftete das Stück "Die Sternstunde des Josef Bieder" in der jetzt zu Ende gegangenen Saison sogar ein leichtes Plus. Weil es ein Ein-Mann-Stück ist, bleibt der Ausgabeposten für die Gage relativ gering. Weil jedoch Peter Millowitsch auf der Bühne stand, war die Veranstaltung dennoch ein Publikumsrenner.

"Der Trend bei unserem Publikum geht zu relativ unterhaltsamen Abenden", so Pankalla, und diesen gelte es aufzunehmen. "Das heißt nicht, dass wir unseren Bildungsanspruch aufgegeben haben. Ein Klassiker pro Spielzeit ist immer dabei", erklärt Heinz Pankalla. Für die Zukunft dürfe das Theaterkonzept im Bettina-von-Arnim-Gymnasium jedoch nicht isoliert betrachtet werden, sondern müsse als Teil eines gesamten städtischen Kulturangebotes betrieben werden.

So denkt Pankalla bereits an einen Kultursommer 2004, der neben Theaterstücken im Bettina-von-Arnim-Gymnasium auch verschiedene Veranstaltungen in Knechtsteden, und in der Freilichtbühne Zons umfasst. Auch sei die Stadt derzeit dabei, endlich ein Nutzungsprogramm für die Kulturhalle an der Langemarkstraße zu erstellen.

(NGZ)
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