Dormagen: Schlammwüste im Grind verärgert Anlieger

Dormagen: Schlammwüste im Grind verärgert Anlieger

Die für Holzarbeiten verwendeten Laster sorgen für viel Dreck und Matsch an und auf der Straße. Nutzer fordern, häufiger zu reinigen.

Wer in diesen Tagen einen Spaziergang durch den Grind in Stürzelberg unternimmt und dabei die Straße zum Campingplatz und zum beliebten Ausflugziel Fährhaus Pitt Jupp nutzt, muss bei der Rückkehr eine Generalreinigung erledigen - zumindest, was die Kleidungsstücke in den unteren Körperregionen betrifft. Denn ohne total verschmutztes Schuhwerk und dreckige Hosen aus dem Grind heimzukommen, ist für Fußgänger derzeit nahezu unmöglich. Und auch Rad- und Autofahrer müssen ihr Gefährt anschließend wohl abspritzen bzw. durch eine Waschanlage fahren. Die schweren Lastwagen eines Unternehmens, auf denen Holzstämme verladen werden, haben die Straße und deren Randbereiche in eine Schlammwüste verwandelt.

Dass die Arbeiten erledigt werden müssen, stellen die Anlieger und andere Nutzer der Verbindung nicht in Frage. Dass aber zwischendurch nicht gereinigt wird, sorgt für Unverständnis und großen Ärger. Zum Beispiel bei Alfred Rother. Der 79-Jährige, der in Düsseldorf-Holthausen wohnt, kommt auch in der kalten Jahreszeit mehrmals in der Woche nach Stürzelberg, um an seinem Domizil auf dem Campingplatz nach dem Rechten zu sehen. "Ich bin jetzt seit 60 Jahren auf dem Campingplatz, und in dieser Zeit hat es etliche Rhein-Hochwasser gegeben", erzählt er, "aber solche Verschmutzungen wie jetzt habe ich noch nie erlebt." Der unerfreuliche Zustand halte nun schon ein paar Wochen an, nach Rothers Erinnerung bereits seit Oktober. Er könne nicht nachvollziehen, dass nicht wenigstens vor den Wochenenden saubergemacht werde. Denn dann kommen verstärkt Ausflügler in das Naherholungsgebiet.

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Laut Rother ergeben sich außerdem mitunter gefährliche Situationen, weil größere Holzstücke auf der Straße liegen, die von Autofahrern gerade in der Dunkelheit kaum wahrzunehmen seien. Es werde geschreddert und gesägt. Hinzu kämen Verkehrsbehinderungen. "Neulich musste ich elf Minuten warten, weil ein großer Laster im Weg stand, der nicht weggesetzt wurde", berichtet er. Ein anderer Autofahrer, der namentlich nicht genannt werden möchte, sorgt sich darum, dass die Straße durch die schweren Laster nachhaltig beschädigt werden könnte. Und: "Warum wird auf der Straße gehäckselt und nicht auf der angrenzenden Weide?", fragt er sich. Die Häckselreste würden einfach liegengelassen.

Bei der Stadt Dormagen seien die Probleme bekannt, versicherte Sprecherin Ute Waldeck gestern Nachmittag auf NGZ-Anfrage. Doch sie stellte klar: Die Stadt sei nicht Auftraggeber für die Unannehmlichkeiten verursachenden Holzarbeiten, die nach ihrer Kenntnis von einer österreichischen Firma erledigt würden. "Auftraggeber ist ein privater Besitzer", betonte Waldeck. Die Stadt habe auch angeordnet, dass die öffentlichen Flächen gereinigt werden müssten - nach derzeitigem Stand allerdings wohl erst nach Abschluss der Arbeiten. Mitarbeiter von Ordnungsamt und Technischen Betrieben Dormagen (TBD) seien auch bereits vor Ort gewesen, um sich ein Bild von den Arbeiten zu machen. Heute sollen erneut Beschäftigte aus dem Ordnungsamt in den Grind fahren und den Ist-Zustand prüfen, berichtete Waldeck.

(NGZ)
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