Dormagen: Schauspielerei auf dem Stundenplan

Dormagen: Schauspielerei auf dem Stundenplan

Ein Blick hinter die Kulissen einer Aufführung des Oberstufen-Ensembles am Leibniz-Gymnasium.

Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen-Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums Dormagen wirken noch relativ entspannt, dabei ist in weniger als drei Stunden Premiere von "Geschichten aus dem Wiener Wald". Unter der Leitung von Lehrerin Nicole Kassanke hat das Ensemble die Zeit nach den Sommerferien genutzt, um das Stück des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth einzustudieren.

"Die Aufregung kommt erst, wenn die Zuschauer reingelassen werden", weiß Paula (19). Sie spielt schon seit dem Kindergarten Theater und ist seit der achten Klasse im Ensemble für die Oberstufe. Auch Elias (17) und Aaron (16) wirken noch nicht sonderlich aufgeregt. "So langsam merk ich's, aber noch ist alles gut", sagt Elias.

"Die Stückauswahl ist basisdemokratisch", erzählt Nicole Kassanke. "Geschichten aus dem Wiener Wald" war letztes Jahr vor den Sommerferien bereits in der engeren Auswahl und wurde in einer Abstimmung schließlich gewählt. "Das Stück hatte ich mitgebracht, aber die Schüler erzählen vorher, welche Themen sie interessieren würden", sagt Kassanke. Für die Rollenverteilung kann jeder einen Wunsch äußern, "wenn niemand anders die Rolle haben möchte, dann gehört sie einem, ansonsten wird das einfach besprochen und man einigt sich", erzählt Elias.

Die Darsteller schminken und frisieren sich gegenseitig. Foto: R. Müller

Jedes Jahr vor den Osterferien führt die Theater-AG der Oberstufe dreimal ein Stück auf. Ab Mai kann sich dann jeder, der möchte, neu für die AG anmelden und bei der nächsten Produktion dabei sein. "Ich versuche, dass alle mitmachen können, die sich anmelden. Dieses Jahr sind es 19 Schüler. An Spielern mangelt es nicht", erzählt Kassanke.

Das Ensemble trifft sich während des Schuljahrs dienstags in der siebten und achten Stunde. Mit der dreitägigen Theaterfahrt rund um Karneval beginnt die intensive Probenphase. Auf der Theaterfahrt wird jeden Tag von morgens 9 bis abends 22 Uhr geprobt. Auch Samstagsproben lassen sich nicht vermeiden. "Samstags sind es aber nur um die drei Stunden, wir spielen einmal das Stück", erzählt Paula. Rund um die Aufführungen beteiligen sich alle an den Arbeiten, die sonst noch anfallen. Das Bühnenbild für das jetzige Stück haben sie gemeinsam mit Kunstlehrerin Susanne Rosier gebaut, auch verkaufen die Darsteller die Eintrittskarten in den Pausen. Maske und Haare machen sie sich gegenseitig, unterstützt von vier Schülerinnen aus der elften und zwölften Jahrgangsstufe, die nicht in dem Stück zu sehen sind.

Die Premiere war am vergangenen Dienstag. "Es war super", berichtet Kassanke. "Bei der Premiere spielten sie zwar noch auf Sicherheit, aber am Donnerstag haben sie sich freigespielt." Auch das Publikum war begeistert.

Für Paula, Elias und einige andere aus dem Ensemble sind die drei Theaterabende aber auch mit etwas Wehmut verbunden. "Wir machen dieses Jahr Abitur und hören dann erstmal auf", erzählt Paula. Beide wollen aber nicht ganz mit dem Theaterspielen abschließen. Elias hat schon ein Theater gefunden in dem Ort, in dem er voraussichtlich Fahrzeugtechnik studieren möchte. Paula hat vor, sich an Schauspielschulen zu bewerben. Wegen den späteren Berufsaussichten würde sie gerne sowohl Theater-, als auch Filmschauspielerei lernen. "Ich habe aber noch einen Plan B", sagt sie lachend.

Aaron möchte auch nächstes Jahr, in seinem letzten am Leibniz-Gymnasium, bei der Theaterproduktion mitmachen. "Es macht mir Spaß, in andere Rollen zu schlüpfen", erzählt er. Auch er spielte bereits in der Grundschule Theater. "Etwas auf die Beine zu stellen, ist einfach toll", da sind sich Paula, Elias und Aaron einig.

Für die letzte Aufführung heute Abend gibt es noch Karten an der Abendkasse oder im Sekretariat.

(NGZ)