Sandra Tresbach im Tierpark Tannenbusch

Tierpark Tannenbusch : Herzensangelegenheit Tierpfleger

Die Tierpfleger kümmern sich um das Wohl der gefiederten, behuften oder nagenden Bewohner im Tierpark Tannenbusch. Bei Wind und Wetter hat Sandra Tresbach seit acht Jahren stets das Wohl ihrer Schützlinge im Blick.

Wuselig geht es im Tierpark Tannenbusch im und vor dem Streichelzoo zu: Ziegen warten auf die erlaubte Fütterung mit bereitgestelltem Trockenfutter, während kleine Kinder am Zaun stehen und sich freuen, die Tiere streicheln zu können. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, bleibt der beliebte Streichelzoo die einzige Chance, den Tieren im Tannenbusch näher zu kommen. Diesen Luxus genießt Sandra Tresbach jeden Tag. Seit acht Jahren arbeitet sie als Tierpflegerin im Tannenbusch, ist nach mehreren beruflichen Stationen endlich angekommen. „Die Arbeit hier ist mein Traum“, sagt sie, wobei ihre Augen leuchten. „Die Tiere geben mir Ruhe. Sie merken es auch, wenn ich einmal nicht gut aufgelegt bin – und sie geben so viel Liebe zurück.“

Erzählt Sandra Tresbach von ihrem Beruf, könnte man meinen, sie berichte von dem sprichwörtlichen Sechser im Lotto. „Mir gefällt es hier im Tierpark so gut, dass ich sogar während meines Urlaubs hierher komme, um meine Kollegen und natürlich die Tiere zu besuchen.“ Gemeinsam mit zwei weiteren Tierpflegern hat sie nichts anderes als das Wohl der rund 200 im Tannenbusch lebenden Tiere im Blick. 16 Haustier-Arten von der Moorschnucke bis zum schwarzen Schwan und 32 Arten Wildtiere vom Rot- und Damwild bis zur Knäckente sind darunter, aber auch imposante Pfauen, die andere Tiere mit ihren wunderschönen Rädern beeindrucken wollen. Sie alle gehören der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen, die das pädagogische Konzept des Tierparks fortentwickelt, während die Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen den Betrieb sicherstellt.

Die drei Tierpfleger füttern und umsorgen die Tiere, säubern ihre Gehege und halten die Anlagen instand – soweit zu ihren Hauptaufgaben. „Wir verstehen unter Tierpflege aber noch so viel mehr“, betont Sandra Tresbach, die zum Beispiel den schwarzen Ziegenbock Max oder die schwarz-weiße Flecki mit der Hand aufgezogen hat. Die meisten Tiere haben Namen, zum Beispiel heißt der Muflon-Bock Hermann oder der Schafbock Böcki, einige haben sie von ihren Paten bekommen. „Sie hören auf ihre Namen. Die Ziegen rufe ich oft auch mit ,Süße’ oder ,kleines Mädchen’ – dann kommt sie sofort.“

Bei Wind und Wetter ist Sandra Tresbach mit ihren Kollegen im Tannenbusch im Einsatz und schaut bei ihren Schützlingen nach dem Rechten. „Wir kennen die Tiere genau und wissen, wenn etwas mit ihnen nicht stimmt.“ Dann wird der Tierarzt gerufen, die Nachsorge und Medikation wird wiederum von den Tierpflegern akribisch vorgenommen. Die Tiere haben ein großes Vertrauen in Sandra Tresbach. Und das kommt nicht von ungefähr: „Ich beschäftige mich viel mit ihnen. Oft setze ich mich einfach in ihr Gehege. Wenn ich pfeife, kommen sie zu mir gelaufen“, berichtet die Tierpflegerin. „Das geht ganz ohne Stress – aber auch mit Leckerchen“, sagt sie augenzwinkernd.

Ihr Tag fängt früh an, schon um sieben Uhr morgens beginnt sie ihren Dienst im Tierpark. Besonders am Herzen liegen ihr neben den Schafen und den Ziegen auch die Esel im Tannenbusch. Der sture Bruno frisst ihr sprichwörtlich aus der Hand, und auch die Eseldamen freuen sich über Streicheleinheiten und liebe Worte.

Während im Sommer die Tierpfleger im Tannenbusch vor allem kontrollieren, ob stets genügend frisches Wasser zum Trinken und Baden in den Gehegen ist, wird im Winter bei eisigen Temperaturen geschaut, dass kein Tier friert oder anderen Schaden nimmt: So müssen zum Beispiel Störche bei Minustemperaturen in Sicherheit gebracht werden, damit kein Fuchs über den zugefrorenen Teich zu ihnen kommt.

Sandra Tresbach hat ihren Traumberuf gefunden. Aber kann jeder Tierpfleger im Tannenbusch werden? „Neben der Tierliebe, die mit das wichtigste Kriterium ist, muss ein Tierpfleger vor allem wind- und wetterfest sein und auch damit umgehen können, dass die Arbeitszeiten variieren können.“ Sie ist komplett angekommen, schätzt die familiäre Atmosphäre im Team um Tannenbusch-Leiter David Theis. „Jeder von uns identifiziert sich mit dem Tierpark. Es geht nicht darum, einfach nur den Arbeitstag zu überleben. Tierpfleger zu sein, ist eine Herzensangelegenheit. Anders geht es nicht“, betont Tresbach.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So arbeiten Pfleger im Tierpark Tannenbusch

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