Sammlung von Postkarten: Dormagener Ansichten

Sammlung von Postkarten : Grüße aus Dormagen

Postkarten gibt es seit mehr als 100 Jahren auch von Dormagener Sehenswürdigkeiten. Sie stehen für Heimat und Erinnerungen. Als Zeichnung und Foto werden die Ansichten von Sammlern wie des Horremers Detlef Richter bewahrt.

Mit Schrift und ohne, in Schwarz-Weiß, nachkoloriert oder als Farbfoto, mit bekanntem Motiv oder ungewöhnlichem Blickwinkel – die Postkarten aus der Sammlung des Horremers Detlef Richter haben eins gemeinsam: Sie zeigen Momente und Ansichten aus dem Stadtgebiet Dormagen. Dabei sind die Innenstadt, Zons und Knechtsteden die beliebtesten Orte, die auf Karten verewigt worden sind. Der Rhein, Kirchen und markante Gebäude wie die Zuckerfabrik in Dormagen, aber auch stadtteilbestimmende Häuser wie den „Vater Rhein“ sind übliche Motive, das gilt auch für die ältesten Karten aus Richters Sammlung, die um 1900 erschienen sind.

„Es ist sehr schwierig, aber nicht unmöglich, etwas aus Delrath zu finden“, weist der Hobby-Fotograf auf seine Sammelleidenschaft hin, die den Mit-Sechziger seit mehreren Jahrzehnten antreibt. Im Internet, auf Online-Auktionen und auf Trödelmärkten stöbert Detlef Richter gern nach unbekannten Postkarten bis in die 1980-er Jahre aus seiner Heimat. Mehr als 500 Karten umfasst seine Dormagen-Sammlung inzwischen. Der gebürtige Berliner ist in Wanne-Eickel groß geworden und 1975 der Liebe wegen mit seiner Frau Marianne, die ebenfalls gebürtige Berlinerin ist und in Duisburg lebte, erst nach Neuss und dann nach Dormagen gezogen. Der gelernte Bäcker sattelte um: Als Chemie-Schichtarbeiter bei Dralon war er lange Jahre im Bayerwerk tätig. In Dormagen – genauer: in Horrem – sind Marianne und Detlef Richter heimisch geworden. „Ich lebe seit über 40 Jahren hier in Dormagen und fühle mich hier wohl, daher ist das für mich meine Heimat“, erklärte Detlef Richter.

Die alte Zuckerfabrik, Brauerei und St. Michael wurden auf der Postkarte von 1907 verewigt – eine Karte aus der umfangreichen Sammlung von Detlef Richter. . Foto: Carina Wernig
Luftbildkarte von Nievenheim 1973 ohne Tankstelle und Kreisel. Foto: Carina Wernig
Eine zweigeteilte Grußkarte aus dem Jahr 1941 aus Nievenheim. Foto: Carina Wernig
Tiere gucken, spielen, joggen und Rast machen – der Tannenbusch 1979 noch mit der alten Lok auf dem Spielplatz. Foto: Carina Wernig
„Vater Rhein“ grüßt schon im Jahr 1900 aus Stürzelberg. Foto: Carina Wernig
Richter (l.) übergibt Postkarten an Peter Norff. Foto: Tinter, Anja (ati)
Detlef Richter hat aus alten Karten und neuem Foto Ansichtskarten neu zusammengestellt – hier über Schiffe aus Zons. Foto: Carina Wernig
Aktuelle Postkarten wie die von St. Agatha in Straberg im Kirschblüten-Frühling 2016 stellt Detlef Richter gern selbst her. Foto: Carina Wernig
Knechtsteden mit Basilika und Klosterhof war schon 1907 ein beliebtes Motiv. 2012 erstellte Richter eine eigene Gruß-Karte. Foto: Carina Wernig
Horremer Hochhäuser von 1970. Foto: Carina Wernig

Aus den Dormagener Postkarten-Motiven und eigenen Fotos gestaltet Richter auch neu zusammengestellte eigene Postkarten – mehr als 50 Karten hat er so hergestellt, die in der Mayerschen Buchhandlung zu kaufen sind, darunter Karten mit Grüßen aus Straberg, von der Piwipp oder als bunter Mix mehrerer Stadtteile: „Dormagen besteht aus so vielen schönen Ecken“, sagt Richter, der speziell für den Eselpark Zons drei Postkarten gestaltet hat, die er im Sommer 2018 dem Betreiber Peter Norff überreichte. So reagiert der Sammler auch auf besondere Ereignisse, wie „50 Jahre Stadtgeschichte Dormagen“. Zu diesem Jubiläum hat er einen Kalender mit Postkarten von 1969 herausgebracht: „Da erkennen die Leute noch einiges wieder, das ist schön.“