Sammlung der Stadt Dormagen: Lieblingskunst der Kulturbüro-Mitarbeiter

Kunstsammlung der Stadt Dormagen : Kulturbüro-Mitarbeiter zeigen ihre Lieblingskunstwerke

Vier Kultur-Experten der Stadtverwaltung präsentieren ihre Favoriten aus der umfangreichen städtischen Kultursammlung.

Sie haben tagtäglich mit Kultur zu tun, kümmern sich um Ausstellungen, Kabarett- und Kindertheater-Reihen und organisieren im Nahmen der Stadtverwaltung viele kulturelle Veranstaltungen für ganz Dormagen: Das Team des städtischen Kulturbüros hat sich nun für persönliche Highlights aus der Kunstsammlung der Stadt Dormagen entschieden, die es als „Mein Lieblingsbild“ präsentiert.

Für Kulturbüro-Mitarbeiterin Daniela Cremer ist ihr Lieblingswerk aus der städtischen Kunstsammlung das Bild „Feuer“ von Holger Hagedorn: „Das Kunstwerk ist ein tolles Beispiel für die Vielfältigkeit, die dieser Künstler in seinen Arbeiten zum Ausdruck bringt“, sagt sie. Hagedorn arbeite nie nach Schema F, sondern schlage immer wieder ein neues Kapitel auf. „Ich schätze ihn nicht nur als ausgezeichneten Künstler, sondern auch als zuverlässigen und sehr hilfsbereiten Kunst-Experten“, weist Cremer auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem Künstler hin: Das Kulturbüro hat nicht nur seine beeindruckende Kunstausstellung „Trilogie“ in der Glasgalerie ausgerichtet, sondern auch sein „Korpus Delikti“ in der Rathaus-Galerie ausgestellt. Dieses viel beachtete Mahnmal steht nun an der A57-Raststätte Nievenheim als Erinnerung an das 2012 gelegte Feuer, bei dem es einen Toten und 13 Verletzte gegeben hatte. „Hagedorns Fachwissen ist für unsere Arbeit ungemein wichtig“, weist Cremer auf dessen Arbeit als ehrenamtlicher Juror und Mentor bei den Kunstausstellungen D‘Art und Junior D‘Art hin.

Ihre Kulturbüro-Kollegin Valerija Krivic hat sich für „Aus dem Rahmen gefallen“ von Jutta Kükenthal als ihr Lieblingsbild entschieden: „Sie war viele Jahre lang meine Nachbarin in Hackenbroich. Als sie mir ihr Atelier zeigte, war ich fasziniert. Was mir besonders an ‚Kükis‘ Kunst gefällt: Sie malt mit viel Fantasie und einem guten Schuss Ironie.“ Mit dem Bild werde ihr nie langweilig, so Krivic: „Ich entdecke immer neue Details und Kniffe, die mich zum Nachdenken und Schmunzeln bringen. Natürlich hat man einen besonderen Zugang zum Werk, wenn man die Künstlerin persönlich kennt.“ Dass sie den Ort, an dem Kükenthal malt, kennt, findet Krivic spannend: „Denn bei vielen anderen Künstlern und ihren Werken frage ich mich oft, wie und vor allem wo die Kunst entsteht und welchen Einfluss das auf das Ergebnis hat.“

Kulturbüro-Leiter Olaf Molls Lieblingswerk sind „Die Klugscheißer“ von Siegfried Neuenhausen: „Der Klugscheißer ist wegen seines hochtrabenden, besserwisserischen Geschwafels bei Mitmenschen nicht gerade beliebt. Bei den beiden Gesellen, die aus dem Boden am Haupteingang des Kulturhauses ragen, ist das komplett anders.“ Sie zählen für Moll zu den originellsten Kunstwerken im öffentlichen Raum: „Die beiden Bronze-Skulpturen sind beliebte Foto-Motive und so etwas wie die Wahrzeichen des Kulturhauses an der Langemarkstraße. An ihnen führt auch kaum ein Weg vorbei. Auch meiner nicht, wenn ich an meinen Arbeitsplatz im Kulturbüro möchte.“ Seit ihrer Installation 1992 sind „Die Klugscheißer“ überall präsent. Neuenhausen, 1931 in Dormagen geboren, gehört zu den renommiertesten Bildhauern, Malern, Grafikern sowie Plastikern des Realismus.

Ellen Schönen-Hütten, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur und Sport, hat sich für die „tolle Rekonstruktion der von Otto Andreas Schreiber gestalteten Fenster der alten BvA-Aula“ entschieden, die seit ein paar Wochen in ihrem Büro hängt. Gefertigt hat sie Dieter Frankenstein nach Fotovorlagen von Dieter Zettner. „Ich schaue direkt darauf, wenn ich am Schreibtisch sitze“, so Schönen-Hütten, die das Werk mit gemischten Gefühlen betrachtet: „Mit einem lachenden Auge, weil es schließlich gelungen ist, einen Teil der Fenster zu retten – auch dank des herausragenden Engagements von Dieter Frankenstein.“ Die geretteten Fenster hängen heute in der Glasgalerie des Kulturhauses – ein mehr als würdiger Platz, wie sie findet: „Wir arbeiten gerade an einem Beleuchtungskonzept, das die Schreiber-Fenster noch besser in Szene setzt.“ Das weinende Auge blicke auf die Rekonstruktion als Mahnung: „Alle Fenster hätten gerettet werden können, wäre mehr Sensibilität im Umgang mit städtischer Kunst im öffentlichen Raum da gewesen“, sagt sie. Die Stadt arbeite daran, dass so etwas nicht mehr passiere. Deshalb werde ihre Kunstsammlung derzeit umfassend inventarisiert und digitalisiert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die Lieblingswerke der Dormagener Kultur-Experten

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