Dormagen: Sammler zeigen kostbare Keramik

Dormagen: Sammler zeigen kostbare Keramik

Im Kreismuseum präsentieren Liebhaber Fliesen des Jugendstils und Art Déco.

Eines haben die meisten Fliesenliebhaber wohl gemeinsam: Ihre Sammelleidenschaft entstand einst daraus, dass ihnen die Farbe oder das Motiv einer Fliese besonders gut gefiel. Am Samstag trafen sich zum 15.Mal Begeisterte aus Deutschland und den Niederlanden zum traditionellen Frühlings-Sammlertreffen im Kreismuseum Zons.

Besonders die bunten Farben und unterschiedlichen Muster lassen so manches Sammlerherz höherschlagen. Denn neben namhaften Entwerfern entscheiden gerade die Muster über den Wert der Fliesen. Ältere Fliesen sind wertvoller als Neue. "Das Alter erkennt man an den Farben und kleinen Rissen in der Fliese. Mit der Zeit kriegt man ein Gefühl für Qualität und betrachtet die Welt mit anderen Augen", erzählt Inge Bendiks, die auch ihre Fliesen zum Verkauf anbietet. Besonders häufig sind florale Abbildungen, selten hingegen Tiermotive.

Zwischen fünf und mehreren hundert Euro kann eine Fliese kosten. Die wohl teuerste Fliese des Tages besitzt Thomas Rabenau aus Stuttgart. Stolze 650 Euro kostet das Meisterwerk. "Sie ist über 110 Jahre alt und wahre Handarbeit", so Rabenau, der seit 15 Jahren zum Sammlertreff anreist. Er besitzt mehr als zehntausend Fliesen und verkauft seine doppelten Exemplare. In Norddeutschland kann man in Museumsausstellungen regelmäßig seine Schätze bewundern.

  • Dormagen : Jugendstil-Fliesen im Kreismuseum

Seit sieben Jahren besucht Fliesenliebhaber Lothar Ern aus Osnabrück regelmäßig das Sammlertreffen. Vor fast dreißig Jahren hat ihn die Sammelleidenschaft zu den Keramiken gepackt. In einem kleinen Korb hat er Fliesen als Farbmuster von Zuhause mitgebracht und sucht eine Passende, die in der Farbe und Größe übereinstimmt. "Das ist gar nicht so einfach, denn viele Fliesen sehen meiner ganz ähnlich, sind aber nicht die gleichen", so Ern. Er hat bereits zwei Fliesen gekauft, welche er sich an die Wand hängen möchte. Jedoch hofft er noch ein passendes Kunstwerk zu finden.

15 Aussteller präsentierten ihre zerbrechlichen Schätze. "Wir sind mit der Besucherresonanz sehr zufrieden, trotz des bescheidenen Wetters heute", sagt Museumsleiterin Anna Karina Hahn. Vor 15 Jahren wurde der Fliesen-Treff von Ulrich Hamburg ins Leben gerufen, der Anfang des Jahres verstarb. "Deshalb liegt es uns besonders am Herzen, diese Tradition weiter fortzuführen", so Hahn.

(NGZ)