Dormagen: RWE: Frimmersdorf sicher

Dormagen : RWE: Frimmersdorf sicher

RWE hat Dienstag ein Bekenntnis zum Kraftwerksstandort Frimmersdorf abgegeben. In den Gesprächen mit der Kreis-SPD ging es auch um die Wasserpipeline zwischen Zons und Frimmersdorf und mögliche Windparks in der Zukunft.

RWE will auch in Zukunft in den Standort Frimmersdorf investieren. Das erklärte das Unternehmen gestern in Gesprächen mit der SPD des Rhein-Kreises Neuss. Der Standort sei für Modernisierungsmaßnahmen in der nächsten Runde vorgesehen. Damit wären auch die dortigen Arbeitsplätze gesichert — "das war die Botschaft", erklärte Rainer Thiel, Vorsitzender der Kreis-SPD. Hoffnung macht ausgerechnet der Blick nach Niederaußem, wo mit BoAplus das modernste Braunkohlekraftwerk der Welt entstehen soll. Dort soll ein lediglich 100 Meter hoher Hybrid-Kühlturm tagsüber die Bildung sichtbarer Schwaden vermeiden.

"Trend zu kleineren Blöcken"

Damit würde weniger Schatten auf die umliegenden Wohngebiete fallen. "Das ist der aktuelle Stand der Technik", sagte Thiel. Ein Konzept für Frimmersdorf, wo derzeit zwei 300-Megawatt-Blöcke stehen? Ein Trend geht nach Aussage der Kreis-SPD zudem zu kleineren Blöcken, die auch mit erneuerbaren Energien kompatibel seien.

Außerdem informierte das Unternehmen über die geplante Wasserpipeline zwischen Zons und Frimmersdorf. Auf einer Strecke von 24 Kilometern soll ab dem Jahr 2035 Rheinwasser von Zons nach Frimmersdorf transportiert werden. Dort werden große Mengen Wasser benötigt, um die Versickerungsanlagen des RWE-Braun-kohletagebaus Garzweiler zu versorgen. Diese Anlagen stellen während des Abbaus sicher, dass die schützenswerten, feuchten Naturräume im Schwalm-Nette-Gebiet erhalten bleiben. Ab Mitte des Jahrhunderts soll das Rheinwasser zudem die Tagebaugrube zum See auffüllen. "Auch wenn das Projekt noch in der Zukunft liegt, ist es wichtig, jetzt Rechtssicherheit für die Planung zu schaffen", sagte Thiel. Unklar ist, wo in Zons die Wasserentnahme erfolgt. Die Trasse, die nach zahlreichen Planungs- und Genehmigungsschritten ab 2025 gebaut werden könnte, verläuft überwiegend entlang von Hochspannungsleitungen. Geprüft werden drei Stellen: an der Deichstraße hinter dem Ortsausgang in Richtung Stürzelberg und zwei östlich der Altstadt.

Angeregt wurde von der Kreis-SPD zudem die Errichtung eines regionalen Windparks im Rekultivierungsgebiet. "Uns ist wichtig, den Anteil erneuerbarer Energien zu steigern", erklärt Thiel. RWE sei mit den Städten und Gemeinden im Gespräch. Karsten Mankowsky, Umweltdezernent des Rhein-Kreises Neuss, sagte: "Windanlagen rücken zusammen und werden in Zukunft regional stärker gebündelt."

(NGZ)