1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Ruheständler Schenk will weiter anpacken

Dormagen : Ruheständler Schenk will weiter anpacken

Nasch 16 Jahren Verantwortung für das Stadtmarketing hat Guido Schenk die SVGD verlassen. Nun folgt für ihn eine "Abkühlphase".

Sein Fazit nach einem fast vier Jahrzehnte dauernden Berufsleben steht fest: "Es war eine super jeile Zick." Am Dienstag hatte Guido Schenk seinen letzten Arbeitstag. Mit einem Termin um 18 Uhr, bei dem es um die Organisation der Tanz-in-den-Mai-Veranstaltung in Zons ging, machte er Feierabend. Dann war Schicht für den Leiter des Stadtmarketings bei der SVGD. In 16 Jahren prägte der 61-Jährige die innerstädtische Entwicklung von Dormagen mit, vor allem was die schöne Seite der Stadt betrifft: die Entwicklung und Organisation von Festen und die touristische Vermarktung. Was jetzt kommt ist eine "Abkühlungsphase", wie Schenk das Durchatmen und das Sacken-Lassen des Berufslebens nennt. Doch dann geht es weiter: Als Selbstständiger möchte er künftig "neue Projekte im Kultur- und Freizeitbereich vermarkten".

Eigentlich wollte Schenk Lehrer werden. Aber es kam, wie bei vielen, völlig anders. Er entdeckte Liebe und Neigung zum Journalismus. Zuerst als freier Mitarbeiter bei der Westdeutschen Zeitung, später als Redaktionsleiter des "Schaufensters", begleitete er das Geschehen in der Stadt kritisch. 1988 wechselte Schenk auf die andere Seite und wurde Pressesprecher der Stadt. Ein Bereich, den Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Stadtdirektor Eberhard Hücker erstmals einrichteten und somit für Schenk die Möglichkeit boten, diese Position zu gestalten. "Das war eine sehr spannende Zeit." Vor allem die 1990-er Jahre sind bei ihm besonders in Erinnerung geblieben. "Das war eine Zeit, in der Dormagen einen großen Sprung nach vorn gemacht hat: Die Kulturhalle wurde gebaut, ebenso Stadtbibliothek, Rathaus-Galerie und Dorma-Center."

Das war alles zusammen gerechnet nichts im Vergleich zu dem, was auf den Stadtsprecher 1994 zukam: "Sammy". Da war der Kaiman seinem Besitzer im "Strabi" ausgebüchst. Diese Geschichte unterhielt als typisches Sommerloch-Thema die halbe Nation, und Schenk war mittendrin. "Für Dormagen hat es noch nie vorher und später ein derartiges Medieninteresse gegeben. An manchen Tagen habe ich 30 Interviews gegeben." Schenk schaffte es sogar mit "Sammy" live in die ARD-Tagesschau. "An dem Freitag, bevor der Kaiman nach einer Woche Suche eingefangen wurde, stand ich am Rande eines Nervenzusammenbruchs", erinnert er sich.

Neu war auch die Stelle, die Schenk im Jahr 2000 antrat: Stadtmarketing-Beauftragter der Stadt. In dieser Funktion ließ er seiner Kreativität und seinem Engagement freien Lauf und war an der Menge und Vielzahl von Festen der unterschiedlichsten Ausprägung maßgeblich beteiligt. "Ich habe einfach Spaß an so etwas", sagt Schenk. Zu seinen persönlichen Höhepunkten zählten 2002 und 2009 die erfolgreichen Bewerbungen für das Landesprogramm "Ab in die Mitte", die er geschrieben hatte. In Dormagen hieß es "Wasserwelten", "da sind wir nachts in einem Schwimmbad vor dem Rathaus geschwommen", und "Die Rückkehr der Kühe". In Bezug auf die Bauernhöfe, die früher im Bereich der Kölner Straße standen, wurden 85 lebensgroße Holzkühe auf der "Kö" aufgestellt, die von Kindern und Erwachsenen bemalt wurden. "Natürlich sind nicht alle Projekte gelungen", sagt Schenk rückblickend. Wie zum Beispiel "Schlaflos in Dormagen". Sehr lobend äußert er sich über die jüngste Zeit, wo in Zusammenarbeit mit der City-Offensive besucherstarke Feste auf die Beine gestellt wurden. Schenk meint: "Wenn die Bewerber für das Baugebiet Nievenheim Schlange stehen und Firmen hier anklopfen, weil sie sich ansiedeln wollen, dann kann Dormagen sicher kein unattraktiver Standort sein."

Dass Schenk ab sofort mehr Zeit hat, freut vor allem seinen vierjährigen Sohn Max und seine Partnerin Franziska. In der nächsten Zeit will er seine Spanisch-Kenntnisse verbessern und sich weiter ehrenamtlich in Vereinen engagieren.

(schum)