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Vorwürfe gegen Schulrätin Annegret Schulte: „Ruhe war nicht rechtens“

Vorwürfe gegen Schulrätin Annegret Schulte : „Ruhe war nicht rechtens“

Schulrätin Annegret Schulte hat sich gegen Vorwürfe aus Hackenbroich gewehrt, sie habe die Diskussion um die Umwandlung der Burgschule von einer katholischen in eine Gemeinschaftsgrundschule forciert und damit einen Konflikt im Ort heraufbeschworen.

"Hackenbroich kann doch kein weißer Flecke auf der Karten des Rhein-Kreises Neuss bleiben", erklärte sie. "Wir leben in einem Rechtsstaat, und die Landesgesetze müssen überall gelten, auch in Hackenbroich." Im Landesgesetz stehe, dass an katholischen Schulen nur Kinder dieser Konfession unterrichtet werden sollten.

"Dass die Situation an vielen Grundschulen in den vergangenen Jahrzehnten anders aussah, kann kein Argument sein, sie so weiterlaufen zu lassen", betont Schulte. Nina Schmidt, Sprecherin des Landesschulministeriums in Düsseldorf, erklärte am Freitag, ihr sei nicht klar, auf welches Gesetz sich hier berufen werde.

Ihre erste Verantwortung sei es, alle Klassen im Rhein-Kreis Neuss mit Lehrern zu versorgen - und das sei bei vielen kleineren katholischen Grundschulen, die es nach wie vor parallel zu Gemeinschaftsgrundschulen im Ort gebe, sehr schwierig, so Annegret Schulte. Diese besondere Struktur im Kreis führe dazu, dass viele kleine Klassen gebildet und von Lehrern betreut werden müssten.

Das binde Arbeitskraft, die in den Augen der Schulrätin an anderer Stelle besser aufgehoben wäre. "Wenn alle Klassen mit 25 Kindern besetzt wären, hätten wir im Kreis 40 Grundschullehrer übrig, die wiederum gezielt für die Förderung von Kindern in einzelnen Klassen eingesetzt werden könnten", rechnet Schulte vor.

Allein in Zons, wo im vergangenen Jahr die katholische und die Gemeinschaftsgrundschule zusammengezogen worden waren, hätten 2,7 Lehrerstellen freigesetzt werden können. Die Situation in Hackenbroich sei eine spezielle, gibt auch Schulte zu. Darauf habe die Schulverwaltung aber Rücksicht genommen: Die Burgschule sei die einzige im Kreis, in der für die Erstklässler in diesem Schuljahr noch ein evangelischer Religionsunterricht angeboten werde.

"Wir arbeiten dort mit Übergangsfristen, um Ruhe in die Angelegenheit zu bekommen", so Schulte. Dass eine Unruhe im Ort erst durch ihre Initiative entstanden ist, bestreitet die Schulrätin nicht: "Das war aber eine Ruhe, die nicht rechtens war, die Situation dort musste geklärt werden, und das wird sie durch den Elternwillen, der sich in der Abstimmung äußern wird."

In der Woche nach Karneval sind die Eltern der Schule aufgerufen, ihre Stimme für eine Umwandlung der Schule von einer katholischen Einrichtung in eine Gemeinschaftsgrundschule abzugeben. Die Betroffenen im Ort - darunter auch die Schulleiterin und der katholische Gemeindereferentin - befürchten, dass es zu erheblichen Spannungen in Hackenbroich kommen könnte, wenn diese Umwandlung scheitert und Nicht-Katholiken in Zukunft eine andere Schule in einem anderen Ort besuchen müssen. (PeS)

(NGZ)