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Dormagen: Rübenbauern trotzen dem Frost

Dormagen : Rübenbauern trotzen dem Frost

Vereiste Feldwege haben den Rübenbauern beim Transport der Ernte zugesetzt. An diesem Wochenende endet die Kampagne – mit leichter Verzögerung, dafür mit einem überraschend guten Ergebnis für die Dormagener Bauern.

Vereiste Feldwege haben den Rübenbauern beim Transport der Ernte zugesetzt. An diesem Wochenende endet die Kampagne — mit leichter Verzögerung, dafür mit einem überraschend guten Ergebnis für die Dormagener Bauern.

Dagmar Hensen mag Schnee: "Im Skiurlaub." Was die Chefin des Rübentransportunternehmens Nesseler im Dezember erlebt hat, sei aber nicht mehr witzig gewesen. Bis Donnerstag ratterten die 19 Sattelmaschinen der Firma über die vereisten Wirtschaftswege und Landstraßen, um die Rüben der Dormagener Bauern zur Zuckerfabrik nach Euskirchen zu fahren. Hensens Resümee der 16-wöchigen Kampagne: "Es war eine Materialschlacht: ein Totalschaden auf der B 477, leichte Blessuren und ein hoher Verschleiß."

An diesem Wochenende endet nun — endlich — die Rübenkampagne, mit rund einer Woche Verspätung. Dafür allerdings mit einem für die Landwirte überraschend erfreulichen Ertrag: "Im Rheinland werden wir auf rund 3,3 Millionen Tonnen Rüben kommen", sagt Peter Kasten, Geschäftsführer beim Rheinischen Rübenbauern-Verband. Das Ergebnis des Rekordjahres 2009 könne zwar nicht erzielt werden, dennoch sei die Ernte zufriedenstellend. Kasten rechnet mit einem Ertrag von 68 bis 69 Tonnen pro Hektar. Frank Schmidt, landwirtschaftlicher Leiter bei der Zuckerfabrik Pfeifer und Langen, spricht sogar von 70 Tonnen pro Hektar: "das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten". Auch Peter Herzogenrath von der Kreisbauernschaft Mönchenladbach-Neuss stimmt in die Jubelarie mit ein und spricht von einer "überraschend guten" Ernte.

Das sah eine zeitlang noch ganz anders aus. Der Dormagener Landwirt Karl Nacke erklärt: "Wir sind froh, dass es vorbei ist." Der Frost, ausgehärteter Boden und nicht geräumte Feldwege — die Verhältnisse seien schwierig gewesen. Viele Bauern konnten sich mit Folie oder Fleecedecken behelfen, die die Rüben vor dem Frost geschützt habe und Minusgrade von fünf bis sechs Grad aushalten. "Das hat bei der Qualitätssicherung enorm geholfen", erklärt Verbandschef Peter Kasten. Auch der Dormagener Landwirt Willi Feiser hatte noch im Dezember gegenüber der NGZ von Problemen beim Abtransport der Feldfrüchte erzählt. Der Zwei-Schicht-Betrieb konnte eine zeitlang nicht aufrecht erhalten werden. Peter Kasten vom Rübenbauern-Verband berichtet darüber hinaus von technischen Schwierigkeiten in den Zuckerfabriken. Sorgen bereitete den Landwirten auch, dass die gefrorenen Rüben beim auftauen faulen könnten.

Dass die Kampagne dennoch besser als erwartet ausgefallen ist, liegt auch an den guten Wetterverhältnissen zwischen August und Oktober. "Der Spätsommer hat für gutes Wachstum gesorgt", meint Peter Kasten. Neben der Erntemenge ist zudem der Zuckergehalt ein großes Thema: Der liegt laut Frank Schmidt von Pfeifer und Langen mit 16,7 Prozent allerdings deutlich unter dem Jahr 2009 (17,8 Prozent).

(NGZ)