Dormagen: Rot-Grün lehnt Kinderfeuerwehren ab

Dormagen: Rot-Grün lehnt Kinderfeuerwehren ab

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Feuerwehr-Chefin Sabine Voss reagieren betroffen und enttäuscht. CDU-Landtagsabgeordneter Lutz Lienenkämper setzt auf Gesetzentwurf der Fraktion.

Betroffen reagierten Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Feuerwehrchefin Sabine Voss, als sie gestern die Nachricht erreichte, dass der Innenausschuss des Landes Nordrhein-Westfalen die Aufnahme von Kinderfeuerwehren in das Feuerschutzhilfegesetz (FSHG) abgelehnt hat. Diese Entscheidung war umso überraschender, da die Berichterstattung in den Medien äußerst positiv war und auch in der Bevölkerung das Projekt Kinderfeuerwehr sehr gut angenommen wurde. "Ich kann die Entscheidung des Innenausschusses mit logischen Argumenten nicht nachvollziehen", sagte Hoffmann.

Weiter: "Da versuchen wir auf kommunaler Ebene alles Mögliche, um das sich aufzeigende demografische Problem unserer Feuerwehr abzuwenden, und dann bekommen wir in vollem Galopp vom Land Knüppel in die Beine geschmissen. Anscheinend ist das Land einfach zu weit weg von den Bürgern und den Problemen der Städte und Gemeinden." Auch Sabine Voss zeigt sich tief enttäuscht. "Bei der Anhörung im Innenausschuss hatte ich das Gefühl, dass die Kinderfeuerwehr positiv aufgenommen wurde. Dass ihr jetzt die Aufnahme in das FSHG verweigert wird, ist nicht nur für unsere Wehr ein herber Rückschlag. Im Endeffekt bedeutet dies, dass die Kinderfeuerwehr nicht versichert ist und unsere Arbeit zum Wohle der Wehr und damit der Bürger nicht gewürdigt wird."

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Für den CDU-Landtagsabgeordneten Lutz Lienenkämper ist die Entscheidung ein fatales Signal für die Zukunft des Brandschutzes in NRW. "Angesichts sinkender Mitgliederzahlen warten die Freiwilligen Feuerwehren händeringend auf eine entsprechende Gesetzesänderung. Die Verweigerungshaltung von Rot-Grün ist ein Schlag ins Gesicht der Feuerwehrleute im Rhein-Kreis Neuss, vor allem in Dormagen, wo das seit langem erfolgreich läuft." Feuerwehrchefin Voss berichtete aus der Praxis: "Wenn Sie sehen könnten, mit welchem Feuereifer unsere Löschzwerge ans Werk gehen, da geht Ihnen das Herz auf." Wichtig war ihr eine Regelung zum Versicherungsschutz. Die Feuerwehr zahlt derzeit eine private Unfallversicherung für die Kinder und lebe mit dem Risiko einer fehlenden Haftpflichtversicherung.

Die CDU-Landtagsfraktion setzt sich dafür ein, so Lienenkämper, die Altersgrenze für den Eintritt in die Jugendfeuerwehr auf sechs Jahre zu senken und hat dazu einen entsprechenden Gesetzentwurf im Landtag eingebracht. "Heute ist erst mit dem Erreichen des zehnten Lebensjahres der Eintritt in die Jugendfeuerwehr möglich. Bis dahin haben andere Vereine und Institutionen schon reichlich um Nachwuchs geworben", sagt Lienenkämper. Deshalb wolle man eine Rechtsgrundlage dafür schaffen, um auch schon Sechsjährige spielerisch an das Thema Brandschutz heranzuführen.

(NGZ)
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