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Rommerskirche: Protestanten feiern Glockenfest in der Kreuzkirche Frixheim

Historie in Rommerskirchen : Protestanten feiern Glockenfest in der Kreuzkirche

Die aus Pommern stammende Glocke wurde vor 425 Jahren gegossen. Sie kam im Zuge des Zweiten Weltkriegs nach Frixheim.

Pfingsten steht bei den evangelischen Christen diesmal auch im Zeichen des Glockenfests, das in der Kreuzkirche gefeiert wird. Die große Glocke im Turm des 1955 erbauten, ersten protestantischen Gotteshauses am Gillbach seit der Reformation, wird nämlich 425 Jahre alt.

Nach den vorliegenden Informationen ist sie Pfingsten 1594 in Groß- Brüskow in Pommern eingeweiht worden. Gefeiert wird dies am Samstag, 8.Juni, zunächst mit einem um 18 Uhr beginnenden Empfang in der Kreuzkirche, an dem auch Superintendent Dietrich Denker aus Mönchengladbach teilnehmen wird. Gleichfalls mitfeiern werden Mitglieder des Heimatvereins Groß-Brüskow, „der heute in Bonn ansässig ist“, wie Pfarrer Thomas Spitzer weiß. Am Sonntag können die evangelischen Christen dann ab 15 Uhr in der Kreuzkirche einen Pfingstgottesdienst feiern.

In der Geschichte der Kreuzkirche ist die ihrer Glocken ein ganz besonderes Kapitel, wie Spitzer zu berichten weiß. Schon kurz nachdem er 1985 Pfarrer in Rommerskirchen wurde, hat er sich intensiv auch mit diesem beschäftigt. Mögen viele Protestanten am Gillbach nach dem Zweiten Weltkrieg Vertriebene gewesen sein, kam die große Glocke aus Pommern dennoch auf einem ganz anderen Weg nach Frixheim.

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Kurz nachdem die zuvor Wevelinghoven zugeordnete, evangelische Gemeinde 1961 selbständig geworden war, wurde ihr eine Glocke angeboten, die sich auf einem Hamburger „Glockenfriedhof“ befand und dort den Zweiten Weltkrieg heil überstanden hatte. Dennoch stand ihr damals die Einschmelzung bevor – wenn nicht Rommerskirchener Protestanten die Glocke „gerettet“ hätten. Die Glockengießer des 16.Jahrhunderts haben auf ihr in lateinischer Sprache einen Vers aus dem Römerbrief eingraviert, der in Martin Luthers Übersetzung lautet: „Wenn Gott für uns ist, wer mag wider uns sein.“

 Um die Glocke läuten zu lassen, war zunächst der Bau eines richtigen Kirchturms nötig, auf den 1955 zugunsten eines kleinen Dachreiters verzichtet worden war. Der wurde abgerissen und stattdessen entstand ein Turm für zwei Glocken, die sich bis heute dort befinden. Neben der aus Groß-Brüskow gibt es kleinere Glocke, die von der Firma Rinker gegossen wurde, wie Thomas Spitzer berichtet. Nach Fertigstellung des Turms 1963 – zwei Jahre vor dem Bau der Eckumer Samariterkirche – konnte sie der damalige Pfarrer Gustav Baron von Girard de Soucanton einweihen.

Im Eingangsbereich noch vorhanden ist übrigens auch die erste Glocke, die in Frixheim geläutet hat, und die Thomas Spitzer für „eine der skurrilsten“ hält, die es im gesamten, sich über Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss erstreckenden, Kirchenkreis gibt: Die kleine „Alu-Glocke“ nämlich hatten Arbeiter von Alu Norf in den 1950-er Jahren eigens für den einstigen Dachreiter angefertigt, der das Gewicht einer normalen Glocke niemals hätte tragen können.