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Dormagen: Rohrleitungen: Streit mit Bayer

Dormagen : Rohrleitungen: Streit mit Bayer

Dormagen Der Streit zwischen der Stadt Monheim und Bayer Industry Services (BIS) geht in die nächste Runde - dieses Mal vor Gericht. Monheims Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim hat ein Anwaltsbüro beauftragt, beim Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung zu beantragen, um den Bau eines Rohrleitungsbündels unter dem Rhein von Monheim nach Dormagen zu stoppen.

Monheim verlangt Baustopp

Durch mehrere Rohre dieses Bündels will Bayer Kühlwasser leiten, weil Wasser auf der Dormagener Seite knapp wird. Probleme haben die Monheimer jedoch mit einem anderen Vorhaben: In vier anderen Rohren in dem Leitungssystem soll Kohlenmonoxid vom Monheimer Rheinbogen nach Dormagen geführt werden.

Bayer hat bei der Düsseldorfer Bezirksregierung um eine Genehmigung für diesen Transport gebeten. "Dagegen haben wir erhebliche Bedenken", sagt Dünchheim. Die Leitungen rückten nah an die Wohnbebauung heran, es fehle ein Konzept für den Katastrophenschutz und damit bestehe ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Anwohner.

Anlass für die Stadt, tätig zu werden, sei eine "lapidare Mitteilung" von Bayer gewesen, dass der Hauptdeich im Rheinbogen geöffnet werden müsse. Damit versuche Bayer, sich über die Rechte der Stadt als Grundeigentümer hinwegzusetzen und wolle "mit Baumaßnahmen Fakten schaffen", so Dünchheim.

Christian Zöller, Sprecher von BIS, kann die Aufregung nicht verstehen. "Der Hauptdeich wird nicht geöffnet, und wir bewegen uns nur auf eigenem Gelände", sagt er. Wer sich in der Deichschutzzone aufhalte, müsse das jedoch melden - und genau das habe Bayer getan.

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Gefahrenabwehrplan erarbeiten

Richtig sei, dass Bayer mit der Verlegung der Rohre auch die Möglichkeit für den Transport von Gasen schaffe. "Das ist einfach sinnvoll, damit wir nicht zweimal graben müssen, wenn die Genehmigung aus Düsseldorf vorliegt", erklärt Zöller. Mit einer Entscheidung rechne er Ende des Monats. Die Bezirksregierung werde den Antrag sehr genau prüfen.

Und dazu gehöre auch ein mit dem TÜV erarbeitetes Sicherheitskonzept mit einem Leckerkennungs- und Überwachungssystem. Ein Gefahrenabwehrplan werde in Abstimmung mit den Städten Monheim und Dormagen erarbeitet, sobald die Genehmigung vorliege.

(NGZ)