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Dormagen: Römertherme vor dem Aus

Dormagen : Römertherme vor dem Aus

Die CDU-Fraktion hat sich in ihrer Haushaltsklausur dagegen ausgesprochen, dass die Stadt sich mit 200 000 Euro am Defizit des TSV Bayer-Freibades beteiligt. Damit könnte das Bad bereits am Jahresende dicht machen.

Gestern meldete der TSV Bayer Dormagen, dass seine Drittliga-Handballer das Bürgerbegehren zum Erhalt der Römertherme unterstützen. Zu diesem Zeitpunkt wussten beide noch nicht, dass es womöglich keine Zukunft des Freibades mehr geben kann. Denn die große Fraktion der CDU hat sich im Rahmen der Beratungen über das Haushaltssicherungskonzept dafür ausgesprochen, dass keine städtischen Mittel fließen sollen, um das jährliche Defizit der Römertherme abzudecken. "Auch nicht über den Umweg städtischer Töchter", sagt Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer. Das könnte das Aus der Römertherme bedeuten.

Denn der TSV hat in der vergangenen Woche gesagt: "Wir können diese Frage nicht mehr auf die lange Bank schieben, sondern brauchen Klarheit", so TSV-Vorstandsmitglied Günter Beilstein, "weil wir die Römertherme ansonsten zum 31. Dezember aufgeben müssen". Das war anlässlich der Initiierung des Bürgergehrens, mit dem der größte Sportverein im Rhein-Kreis Neuss das Freibad erhalten will. Denn der Bayer-Konzern will nach dem Rückzug aus der Komplett-Finanzierung die Hälfte des jährlichen 400 000 Euro großen Defizits haben. Aus Sicht des TSV hätte eine Schließung des ganzjährig betriebenen Freibades "katastrophale Folgen für den gesamten Dormagener Schwimmsport und die örtliche Freizeitlandschaft", so Beilstein.

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Die CDU steht dieser Argumentation gelassener gegenüber. "Wir sind der Überzeugung, dass die Wasserfläche von acht Bahnen und einem Lehrschwimmbecken für Dormagen ausreichen", sagt Wimmer. Ein solches Bad soll anstelle der beiden maroden städtischen Hallenbäder in der Stadtmitte entstehen. "Hinzu kommt im Sommer der ,Strabi' für den Freizeitbereich." Wimmer verweist auf Grevenbroich. Dort vertrete der Landrat die Meinung, dass es kein neues Freibad geben müsse und das Hallenbad ausreiche. "Wenn der Landrat das für Dormagen anders sieht, wird er uns das sagen."

Die CDU-Fraktion könne sich nicht, so war die einhellige Meinung bei den Beratungen, auf der einen Seite für die Schließung oder Verkleinerung von städtische Sportanlagen aussprechen und auf der anderen Seite 200 000 Euro zahlen. Wimmer: "Wir sehen den TSV und den Bayer-Konzern in der sozialen Verantwortung, die Römertherme zu erhalten."

Derzeit werde ferner in der Verwaltung geprüft, ob das TSV-Bürgerbegehren in seiner Fragestellung rechtlich zulässig ist. Weil es darum gehe, einen Verein mit städtischem Geld zu bezuschussen.

(NGZ/top)