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Dormagen: Römertherme droht 2013 das Aus

Dormagen : Römertherme droht 2013 das Aus

Der Vorstand der Römertherme, Günter Beilstein, befürchtet das Ende des Schwimmbads im kommenden Jahr. Im Bürgerbegehren sieht er eine Gefahr für das beliebte Freibad.

Herr Beilstein, Sie sehen die Bemühungen der Bürgerinitiative BAD, ein Bürgerbegehren zu initiieren, kritisch. Warum?

Günter Beilstein Unser Verein hat viel Verständnis, dass die SSG Nievenheim-Delrath und viele Bürger gern ihr Schwimmbad vor Ort behalten möchten. Mit keinem Wort gehen die Initiatoren des Bürgerbegehrens aber auf die Frage ein, welche Auswirkungen dieses auf die Römertherme hat. Es wird nur einseitig zugunsten des Nievenheimer Bades argumentiert. Wir sehen die Gefahr, dass dies in letzter Konsequenz zur Schließung der Römertherme führt. Aus derzeitiger Sicht ist jede Unterschrift für das Anliegen ein Votum gegen den Erhalt der Römertherme.

Woher kommt Ihre Sorge?

Beilstein Der Stadtkämmerer hat klar gesagt, dass ein Erhalt der beiden städtischen Hallenbäder in Dormagen und Nievenheim und eine Bezuschussung der Römertherme durch die Stadt finanziell nicht darstellbar ist.

Von einer Mitfinanzierung der Römertherme ist die Stadt nicht begeistert.

Beilstein In vielen Gesprächen hat der Vorstand des TSV Bayer erreicht, dass Bayer bereit ist, künftig die Hälfte des vorhandenen Defizits abzudecken. Der Anteil der Stadt wäre und bleibt bei einem gedeckelten Zuschussbetrag von 200 000 Euro. Der TSV Bayer selbst ist als Betreiber der Römertherme nicht in der Lage, diese Summe aufzubringen.

Und wenn die Stadt nicht zahlt?

Beilstein Falls die Stadt neben der Bayer AG keinen Zuschuss gewährt — und die Entscheidung über diesen Zuschuss ist inzwischen dringlich — müsste die Römertherme spätestens Anfang 2013 geschlossen werden.

Was würde das für den Schwimmsport in Dormagen bedeuten?

Beilstein Die Auswirkungen wären fatal. Ich nenne nur einige: Gefährdung des Fortbestandes der 700 Mitglieder starken TSV-Schwimmabteilung; die Schwimmzeiten müssten zwischen allen betroffenen Vereinen neu aufgeteilt werden — mit verheerenden Konsequenzen für jeden einzelnen Verein. Einstellung des Schwimmsports auf hohem Niveau und Aufgabe des Landesleistungszentrums Schwimmen: Wegfall einer ganzjährig geöffneten Gesundheitsquelle für die Bevölkerung mit jährlich über 140 000 nichtvereinsgebundenen Badegästen; Wegfall von Kursen zur Gesunderhaltung und Rehabilitation und von Nichtschwimmerkursen. Außerdem stehen zehn feste Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Was ist die Lösung?

Beilstein Die Politik muss schnellstmöglich eine solidarische Lösung für den gesamten Dormagener Schwimmsport finden, die auch künftig bedarfsgerechte Trainings- und Wettkampfzeiten für alle Vereine sicherstellt und gleichzeitig dem Freizeit- und Gesundheitsbedarf der Bevölkerung Rechnung trägt.

Klaus Schumilas führte das Gespräch

(NGZ)