1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Ringerhalle: Neuer Widerstand

Dormagen : Ringerhalle: Neuer Widerstand

Der Neusser Bürgermeister Herbert Napp stellt den Bau der Ringerhalle in Ückerath angesichts des knappen Kreishaushalts in Frage. Auf der Kippe steht das Projekt nicht. Wer die Betriebskosten übernimmt, ist noch unklar.

In Zeiten knapper Kassen wird der politische Umgangston mitunter giftig. So hatte der Neusser Bürgermeister Herbert Napp (CDU) im Gespräch mit der NGZ erklärt, der geplante Bau der Dormagener Ringerhalle sei ein Sündenfall angesichts des klaffenden Lochs von 30 Millionen Euro im Kreishaushalt.

Zum Hintergrund: Nachdem sich der Dormagener Stadtrat angesichts der schlechten Haushaltslage gegen den Bau entschieden hatte, war der Rhein-Kreis Neuss mit 60 000 Euro eingesprungen.

Aus der Dormagener Politik weht Napp nun ein eisiger Wind entgegen – sogar aus den eigenen Reihen. "Es ist ja bekannt, dass der Neusser Bürgermeister ein gestörtes Verhältnis zum Kreis hat", sagt der Landtagsabgeordnete Wiljo Wimmer. Verstehen kann Wimmer Napps Argumentation nicht. In Neuss gebe es schließlich auch Sportflächen des Kreises, die die Stadt fleißig nutze. Auch Ingo Kolmorgen, Fraktionschef der Grünen, versteht den verbalen Nadelstich des Neusser Bürgermeisters nicht. "Die Stadt Neuss denkt auch oft an sich selbst, die Neusser sind jedenfalls nicht immer so solidarisch, wie wir es uns wünschen würden", meint Kolmorgen. SPD-Chef Bernhard Schmitt verweist beispielhaft auf die Internationale Schule in Neuss. Das Neusser Prestigeobjekt wird vom Kreis getragen.

Auf der Kippe steht die Realisierung der Ringerhalle ohnehin nicht. Die Bagger sind auf dem Gelände bereits angerollt. Wer jedoch die jährlichen Betriebskosten übernimmt – es stehen Kosten zwischen 10 000 und 15 000 Euro im Raum – ist noch unklar. "Ich gehe davon aus, dass die Stadt Dormagen und der AC Ückerath sich engagieren", sagt Kreis-Sportdezernent Jürgen Steinmetz. Mittels eines Schreibens habe der Kreis Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann daran erinnert. Die Entscheidung darüber verschiebt sich laut Kämmerer Ulrich Cyprian ins kommende Jahr. Meinungen gibt es bereits: Wiljo Wimmer: "Ich sehe nicht, dass die Stadt die Finanzierung übernimmt." Stattdessen sieht er den Ringerverein in der Pflicht. Auch Ingo Kolmorgen erklärt: "Es wäre widersinnig, wenn sich die Stadt über einen langen Zeitraum einen Betrag ,x' ans Bein binden würde." Im städtischen Etat seien die Betriebskosten für die Ringerhalle jedenfalls noch nicht berücksichtigt, sagt der SPD-Chef Schmitt.

Detlev Zenk, Chef des AC Ückerath, baut bei den Betriebskosten aber auf städtische Hilfe. Angst, dass der Bau der Halle noch einmal in die Diskussion geraten könnte, hat er nicht: "Am 15. Dezember feiern wir die Grundsteinlegung."

(NGZ)