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Dormagen: Ringerhalle: Grundstein gelegt

Dormagen : Ringerhalle: Grundstein gelegt

Der Bau der neuen Ringerhalle schien im Frühjahr schon ad acta gelegt. Doch dann trat der Rhein-Kreis auf den Plan, in dessen Regie die Halle nun am BBZ gebaut wird. Ab August 2011 sollen hier Leistungssportler trainieren.

Es ist viel passiert, seit die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen im Dormagener Rat beschloss, bei ihrem "Nein" zur Ringerhalle zu bleiben. In der Ratssitzung am 23. März dieses Jahres mahnte CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer an, dass "irgendwo mit dem Sparen begonnen" werden müsse. Keinen Monat später war klar, dass die Halle doch kommt: Der Rhein-Kreis Neuss sprang als Bauherr ein und beteiligt sich mit 80 000 Euro an der Halle. Der Eigenanteil war Bedingung für die Förderung durchs Land, das 80 Prozent der Baukosten trägt.

Gestern war die offizielle Grundsteinlegung auf dem Gelände des Berufsbildungszentrums am Willy-Brandt-Platz, an der neben Landrat Hans-Jürgen Petrauschke unter anderem Markus Warnke, Referatsleiter im Landessportministerium, Karl-Martin Dittmann, Generalsekretär des Deutschen Ringerbundes, und Detlev Zenk, Vorsitzender des AC Ückerath, teilnahmen. Die Stadt war durch Kämmerer Ulrich Cyprian vertreten.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hob die Bedeutung der Halle für den Erhalt des Bundesstützpunkts "Ringen weiblich" hervor: "Wir legen hier die Basis für weitere Erfolge im Spitzensport". Ohne die neue Halle wäre das Thema Bundesstützpunkt wohl erledigt gewesen", fügte Karl-Martin Dittmann hinzu, der die Halle auch als "Meilenstein für den Ringerbund" pries.

Ein Meilenstein, über den weiter diskutiert wird – und der Begehrlichkeiten weckt. Die "Sonderregelung des Rhein-Kreises", so Karl-Martin Dittmann, hat der Neusser Bürgermeister Herbert Napp (CDU) vor dem Hintergrund der Sparbemühungen des Kreises und seiner Kommunen einen "Sündenfall" genannt. Sein Meerbuscher Kollege Dieter Spindler äußerte sich im NGZ-Interview ähnlich: "Wenn der Rat einer kreisangehörigen Stadt nach seinen Prioritäten entscheidet, dann sollte sich der Kreistag nicht über diesen Beschluss hinwegsetzen und ihn nivellieren. So werden nur Präzedenzfälle geschaffen."

Gestern stand Strittiges hintenan. Wobei sich Detlev Zenk vom AC Ückerath eine Spitze gönnte: "Inzwischen hat ja offenbar auch die Stadt die Bedeutung der Ringerhalle erkannt", sagte Zenk, der allerdings auch hinzufügte, dass so mancher Dormagener Politiker im März wohl eher aus Koalitionsräson als aus persönlicher Überzeugung gegen die Halle gestimmt hätte. Für den Verein jedenfalls werde mit der Halle ein Märchen wahr, erst recht vor dem Hintergrund seines 50-jährigen Bestehens im kommenden Jahr. Sicher ist: Mit der Halle könne der Verein seine "nationale Aufgabe" weiter schultern.

(NGZ)