1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Richtfest für TDI-Anlage im Chempark

Dormagen : Richtfest für TDI-Anlage im Chempark

250-Millionen-Euro-Invest bringt 20 neue Arbeitsplätze. Bürgermeister Hoffmann: "TDI stärkt den Standort."

Auf den ersten Blick könnte sich die Stadt Dormagen beim Thema TDI-Anlage zurücklehnen: Erstens liegt sie auf Kölner Boden und bringt daher zweitens keinen Cent an Gewerbesteuer. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann zählte jedoch beinahe mit, wie oft beim gestrigen Richtfest des — neben der Ansiedlung von Air Liquide — derzeit größten Bauprojektes im Chempark das Wort "Dormagen" fiel. "Dieses Bauprojekt dient der deutlichen Aufwertung des Chemparks", so Hoffmann. "Wie sich die Chemie-Industrie in den kommenden Jahren entwickeln wird, wissen wir nicht. Aber durch solche Investitionen wird Dormagen zu einem starken und sicheren Standort."

Mit dem finnischen Unternehmen Kemira wird sich bald ein zahlungskräftiges Unternehmen auf Dormagener Boden ansiedeln und Salzsäure-Abfallprodukte verarbeiten — die eben in der TDI-Anlage entstehen. Diese Synergien machen den Standort aus. Chempark-Betreiber Currenta forciert das Verbundgeschäft.

Gestern kamen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Nachbarschaft zusammen, um die Fertigstellung des Rohbaus mit dem Richtfest zu feiern. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Hälfte 2014 geplant.

TDI wird als Vorprodukt für die Herstellung von Polyurethan-Weichschäumen benötigt, aus denen viele Alltagsprodukte wie Matratzen und Autositze bestehen. In die neue Anlage werden rund 250 Millionen Euro investiert. Inklusive der Pläne weiterer Unternehmen im Umfeld zur Errichtung von Betrieben, die mit der TDI-Produktion in Verbindung stehen, beläuft sich die Gesamtinvestition im Chempark auf über 400 Millionen Euro.

Ehrengast war Garrelt Duin, NRW-Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Er sagte: "Mit der Investition in die TDI-Anlage hat sich Bayer bewusst entschieden, den Chemie-Standort Nordrhein-Westfalen zu stärken. Das zeigt, dass wir in unserem Land hoch attraktiv für eine erfolgreiche Industrie sind. Wir müssen daran arbeiten, dass es so bleibt."

Der Dormagener Bayer-Betriebsratsvorsitzende André van Broich baute direkt darauf auf:"Die neue TDI-Anlage ist der Beleg dafür, dass unser Standort in Nordrhein-Westfalen — Europas größter Chemieregion — wettbewerbsfähig ist, auch im internationalen Vergleich." Dafür gebe es neben der hervorragenden Infrastruktur und dem entsprechenden Verbund noch einen wichtigen Grund: "Wir haben in unseren Betrieben und in der Region hervorragende und top-ausgebildete Arbeitnehmer, die eine solche Hightech-Anlage sicher und effizient fahren können."

Auch das Umfeld profitiert: Zwischen 500 und 1000 Arbeitskräfte sind während der Bauphase zusätzlich in dem Projekt gebunden. Viele Auftragnehmer kommen aus der Region, wie zum Beispiel die Rohrleitungsplanungsfirma Keynes aus Neuss und der Apparatebauer Quast sowie der Apparatebauer APL aus Dormagen.

Auch später im laufenden Betrieb werden Firmen aus Dormagen und Umgebung für Wartungsarbeiten, Bau- und Instandhaltung sowie technische Dienstleistungen im Umfeld der neuen Anlage integriert sein.

(NGZ)