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Dormagen: Rettungsplan für Römertherme

Dormagen : Rettungsplan für Römertherme

Schon einen Tag nach der turbulenten Ratssitzung arbeiten Jamaika-Koalition und Verwaltung an der Rettung der Römertherme. Damit der Erfolg haben kann, muss der TSV Bayer als Betreiber nachbessern.

Alle Zeichen stehen auf Erhalt der Römertherme: Die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen hat sich schon gestern Mittag zusammengesetzt, um über die Vereinbarung zu beraten, die die Stadt und der TSV Bayer Dormagen zur Rettung des Ganzjahresfreibades dem Stadtrat am Donnerstag vorgelegt hatten. Im Grundsatz will die Koalition der auch folgen, aber durch Verhandlungen mit dem Verein in der nächsten Woche eine "verbindlichere Form", so CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer, erreichen.

In einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz lobten die Fraktionsvertreter das Verhalten des TSV Bayer: "Der TSV hat sich nachdrücklich bewegt", sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhard Hauschild, "denn von einer Eigenbeteiligung des Vereins an der Abdeckung des Defizits war bislang nicht die Rede. Daher wollen auch wir uns bewegen."

Eine Arbeitsgruppe mit Hauschild, Peter Gottwald (beide CDU), Karl-Heinz Meyer (FDP), Ingo Kolmorgen (Grüne), Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann sowie Vertretern des TSV will die Vereinbarung konkretisieren. Ein Ziel ist es, darin den Zuschuss der Stadt auf "deutlich unter 200 000 Euro", so die Politiker, zu begrenzen. Es soll ein Vertrag mit Leistung und Gegenleistung sein. In einer Sondersitzung des Stadtrates am Montag, 1. Oktober, 16.30 Uhr, soll über die Endfassung abgestimmt werden.

Das würde den Bürgerentscheid überflüssig machen, den der TSV Bayer per Bürgerbegehren zum Erhalt der Römertherme anstrengt. Mit über 12 000 Unterschriften hatte er das Soll von 3046 deutlich übererfüllt. Der Rat hat am Donnerstag die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens anerkannt, aber die Entscheidung in der Sache vertagt. Bei einem erfolgreichen Bürgerentscheid wäre die Stadt gezwungen, einen Zuschuss von bis zu maximal 200 000 Euro an den TSV zu zahlen — das machte Bürgermeister Hoffmann gestern deutlich.

Die jetzige Vereinbarung kann diesen Zuschuss deutlich verringern. Am vergangenen Montag ist in einer Konferenz mit Verwaltung, Bayer, TSV und Politik offenbar eine große Dynamik entstanden, an deren Ende am Donnerstag Nachmittag die selbst für die Politiker überraschende, von Hoffmann vorgelegte Vereinbarung stand. "Der Zeitdruck war wohl hilfreich", so Hoffmann. Jetzt geht es, so Kolmorgen, um die Frage, wie man den städtischen Anteil an dem Risiko eines negativen Betriebsergebnisses möglich gering halten und dies in schriftlicher Form festhalten kann. "Wir haben jetzt den Anfang eines guten Kompromisses vorliegen."

(NGZ/rl)