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Dormagen: Regen verzögert Getreideernte

Dormagen : Regen verzögert Getreideernte

Der Weizen ist reif. Aufgrund des Dauerregens der vergangenen Tage kann er jedoch nicht geerntet werden. Die Bauern warten auf schöneres Wetter und rechnen bereits mit Ernteausfällen und teils hohen Verlusten.

Erst war es zu trocken und zu heiß, nun ist es zu nass. Das Wetter macht den Dormagener Landwirten in diesem Jahr zu schaffen. Seit Anfang August ist der Weizen reif, dennoch konnten ihn viele Landwirte noch nicht ernten. "Wir benötigen rund drei bis vier weitere trockene Tage, um die Ernte einzufahren", gibt Ortslandwirt Willi Feiser an. Bis es soweit ist, verliert der Weizen täglich an Qualität. Am Ende macht sich das auch finanziell negativ bemerkbar.

"Der Dauerregen hat zur falschen Zeit eingesetzt", sagt Willi Feiser. Er und seine Kollegen warten derzeit auf trockenes, sonniges Wetter. "Der Weizen geht so langsam in die so genannte Keimphase über und verliert dadurch weiter an Qualität", erklärt der Broicher Landwirt. Und wenn die Qualität nicht stimmt, stimmt auch der Preis beim Weiterverkauf nicht. "Das können am Ende rund zehn bis 20 Prozent Abzug sein", ergänzt er.

Sein Zonser Kollege Martin Feiser geht sogar noch einen Schritt weiter: "Am Ende könnte die Qualität so leiden, dass der Weizen nur noch als Futterweizen taugt." Im Vergleich zum Verkauf als Brotgetreide mache das einen finanziellen Unterschied von einigen Euro pro Tonne aus. "Wir brauchen schnell eine Woche kontinuierlich gutes Wetter und können die Ernte dann in drei bis vier Tagen einfahren", sagt Martin Feiser.

Er habe noch 60 Prozent Weizen und 40 Prozent Heu zu ernten. Josef Kohtes aus Stürzelberg vermutet, dass er erst 30 Prozent seines Getreides ernten konnte. "In diesem Jahr war alles sehr früh reif. Das liegt an den heißen Wochen im April und Mai", erklärt er.

Der Weizen hat für die Landwirtschaft in Dormagen eine besondere Bedeutung. "Neben Mais und Zuckerrüben wird er im Stadtgebiet sicher am meisten angebaut", schätzt Willi Feiser aus Broich. NRW-weit betrachtet wurde Weizen im Vorjahr auf etwa 45 Prozent der Ackerfläche des Landes ausgesät — das sind rund 286 770 Hektar. "Im Vergleich fällt die Ernte in Rommerskirchen besser aus als in Dormagen.

Das liegt an den Böden", erklärt Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt. So gibt es in Dormagen sandige Böden, die wenig Wasser speichern. "Auf dem Lössboden in Rommerskirchen sind die Erträge und Qualitäten des Getreides besser", so Wappenschmidt weiter. Dieser Boden sorge auch dafür, dass das Getreide dort später reif würde. Noch etwa 60 Prozent müssten dort geerntet werden.

Für die Obstbauern ist der Regen nicht ganz so schlimm. "Wir haben vor kurzem mit der Apfelernte angefangen", gibt Max-Peter Busch vom Nievenheimer Latourshof an. Der Niederschlag beeinträchtige dabei wenig. "Natürlich wäre der Abtransport auf trockenen Böden leichter", sagt er. Der Regen sorge dafür, dass die Früchte insgesamt größer würden.

(NGZ)