Reform in Dormagen: Kassenärztliche Vereinigung verteidigt neuen Fahrdienst

Reform in Dormagen : Kassenärztliche Vereinigung verteidigt neuen Fahrdienst

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein reagierte mit Verwunderung auf die Haltung von Ärzten in Dormagen, die die Reform rund um den vom ambulanten Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte kritisieren. KV-Pressesprecher Heiko Schmitz spricht von einer „klaren Verbesserung der Versorgung.“

Das sieht auch der zuständige Kreisstellenvorsitzende Gerhard Steiner so, der das neue System als gerechter und für Ärzte sowie Patienten für besserr hält.

Ab Mitte 2020 soll die seit dem 1. Januar im Rhein-Kreis Neuss gültige Fahrdienstorganisation für Hausbesuche in Dormagen dem Bezirk Mitte (GV, Korschenbroich, Jüchen, Rommerskirchen) angegliedert werden. Schmitz: „Ein Grund dafür ist die sehr geringe Inanspruchnahme der Notfallpraxen in Dormagen und Grevenbroich montags, dienstags und donnerstags abends – wir reden von fünf bis zehn Patienten maximal. Diese wenigen ambulanten Fälle können über den professionalisierten Fahrdienst versorgt werden.“ Denn in den beiden großen Bezirken (der andere besteht aus Neuss, Kaarst und Meerbusch) wird von Ärzten versorgt, die per Taxi zu den Patienten gefahren werden.

Der KV-Sprecher nennt einen weiteren Grund: „Aktuell gibt es in Dormagen und Grevenbroich noch einen kombinierten Sitz- und Fahrdienst, was wir derzeit nordrheinweit ändern und vor dem Hintergrund der politischen Vorgaben, Portalpraxen einzurichten, abschaffen müssen.“ Bisher müsse der diensthabende Arzt sowohl die Patienten in der Praxis vor Ort als auch die Bettlägerigen besuchen und versorgen – „er ist also unter Umständen gar nicht da, wenn Akutfälle in der Praxis auftauchen, was die Wartezeiten entsprechend verlängert“. Das Kombi-Modell wird es daher künftig nirgendwo in Nordrhein mehr geben. Ab Mitte 2020 wird sich die Versorgung deshalb insofern verbessern, als dass zu den Stoßzeiten des Notdienstes (mittwochnachmittags und am Wochenende) immer ein diensthabender Arzt fest die Notdienstpraxen in Dormagen und Grevenbroich besetzt und zusätzlich ein weiterer Arzt ausschließlich die nötigen Hausbesuche durchführt. „Das wird die Wartezeiten eher verringern.“

Für Gerhard Steiner führt die Reform bei den Ärzten zu einer gerechteren Dienstverteilung und zu mehr Arbeit und Verdienst, weil das Gebiet größer wird. „Wir haben das genau durchgerechnet.“