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Reaktionen auf geschwärzte Erinnerungsfotos: Lösung in Sicht

Pfarre St. Michael Dormagen : Lösung beim Foto-Ärger ist in Sicht

Geschwärzte Kita-Erinnerungsfotos sollen in Zukunft vermieden werden.

Die Reaktionen auf die geschwärzten Fotos in den Erinnerungs-Mappen der Kita St. Katharina in Hackenbroich sind enorm und reichen von blankem Unverständnis bis zu Nachsicht aufgrund der unklaren Datenschutz-Situation. Eltern hatten kritisiert, dass durch die mit blauen Kreisen unkenntlich gemachten Gesichter der anderen Kinder der Erinnerungswert für die Vorschulkinder „gleich Null“ sei. Um in Sachen Datenschutz auf der sicheren Seite zu sein, hatte die Kita-Leitung in Hackenbroich die Fotos in den tagebuchartigen Heften so bearbeiten lassen, dass nur das jeweilige Kind, an das die Mappe ausgegeben wurde, zu erkennen ist – kein einziger Freund und keine Erzieherin ist ohne Balken oder Kreis zu sehen. Zudem sei das Vorschulkinder-Gruppenfoto, das ein Fotograf in der Kindertagesstätte im Frühling aufgenommen hatte, anders als andere Gruppenfotos jüngerer Kinder nicht an die Eltern ausgegeben worden.

Pfarrer Peter Stelten nimmt seine Mitarbeiterinnen gegen Anfeindungen in Schutz, die nun von Unbeteiligten im Sinne von „Was für ein unfassbarer Blödsinn!“ geäußert werden: „Das ist alles aus Sorge um die Persönlichkeitsrechte der Kinder entstanden“, betont er, dass „niemand die Familien ärgern wollte“. Das Erzbistum Köln gebe zwar Hilfestellung im Dschungel der Datenschutz-Regeln, zurzeit herrsche aber noch eine große Unsicherheit, was erlaubt sei und was eventuell rechtliche Konsequenzen nach sich ziehe, so Pfarrer Stelten und nennt das Beispiel der Adressen von Hilfebedürftigen, die von der Gemeindecaritas besucht werden: „Die dürfen wir an die Ehrenamtler weitergeben, da greift dann zum Glück der seelsorgerische Tatbestand, der nicht unter den Datenschutz fällt“, ist Stelten froh darüber, dass Gemeindearbeit weiter möglich ist.

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Nach einem Gespräch mit dem Datenschutzbeauftragten Edgar Thiel vom Kölner Generalvikariat, der auch Ansprechpartner für die Pfarre St. Michael Dormagen-Süd und ihre Einrichtungen ist, ist Pfarrer Stelten überzeugt, eine gute Lösung im Sinne der Eltern zukünftiger Vorschulkinder zu finden: „Zunächst haben wir richtig gehandelt, auf Nummer sicher zu gehen“; gibt Stelten die Aussage von Thiel wider. Zudem werde noch an den Ausführungsbestimmungen für den kirchlichen Datenschutz gearbeitet, wobei die „Europäische Datenschutzgrundverordnung für uns gar nicht gilt, sondern das Kirchliche Datenschutzgesetz“, so Stelten.

Er stellt in Aussicht, dass zumindest ein Gruppenfoto zu Beginn der Kita-Zeit und zum Abschied möglich sein wird: „Da müssen dann die Eltern bestätigen, dass sie einverstanden sind, dass ihre Kinder auf den Fotos zu sehen sind. Wenn nicht, werden die Kinder nicht fotografiert“, sagt Stelten.