Rathaus-Galerie in Dormagen sucht lokale Anbieter

Einkaufen in Dormagen : Rathaus-Galerie sucht lokale Anbieter

Die Einkaufs-Mall der ILG-Gruppe zwischen Römerstraße und „Kö“ will in diesem Jahr einen deutlichen Entwicklungssprung machen. Geschäfte wie der neue Spielgeräte-Laden, bleiben Übergangs-Lösungen.

2019 wird das Jahr der Generalüberholung, Umgestaltung und Erneuerung in der Rathaus-Galerie. „Refurbishment“ ist der branchenübliche Begriff dafür, den Center-Managerin Babett Arnold ins Spiel bringt. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität verbessern, beispielsweise dadurch, dass gastronomische Angebote räumlich zusammenrücken und der Eingangsbereich von der Kölner Straße aus optisch erneuert wird“, nennt die Chefin der Rathaus-Galerie zwei für den Kunden sichtbare Maßnahmen. Sichtbar ist auch die Beseitigung eines Leerstands: Seit gestern geöffnet ist ein Ladenlokal mit münzbetriebenen Spielgeräten für Kinder. Arnold betont gleich, dass es sich dabei nur um eine „Interims-Vermietung“ handelt. „Besser eine solche Übergangs-Vermietung als Leerstand“, sagt sie.

Als „Meilenstein“ bezeichnet die Managerin den Kauf des vorderen Teils der Galerie im vergangenen Jahr, den die Familie Allard abgegeben hatte. Damit ergeben sich die Möglichkeiten, die Galerie nach den Vorstellungen der ILG-Gruppe mit Sitz in München zu entwickeln. 2017 erst kam die Rathaus-Galerie nach mehreren Besitzerwechseln zur ILG, die im Herbst 2018 auch den bis dato noch im Familienbesitz der Allards befindlichen Anteil mit 18 Ladenlokalen und 19 Wohnungen übernommen hat und das Objekt nun runderneuern will. In Dormagen stimme die Kaufkraft grundsätzlich, sagt Arnold, auch „dass die Einwohnerzahl steigt, wog positiv beim Ankauf durch die ILG“.

Die Zeichen stehen auf Kontinuität auf der Betreiberseite und Bewegung, was den Besatz der Galerie angeht. Auf der Wunschliste von Arnold für passende Mieter in der Galerie stehen eine Drogerie oder eine Apotheke ganz oben. Aber auch ein Laden für Deko-Artikel oder mit einem Bio-Sortiment. Ebenso interessant wäre ein Buchladen, der auch den Bereich Schreibwaren abdeckt. Für die Managerin spielt der lokale Gedanke eine wichtige Rolle: „Natürlich geht es nicht ohne Filialisten. Aber wir würden auch gerne lokalen Anbietern eine Chance geben. Sie können sich gerne melden.“ Botschaft: Die Dormagener Rathaus-Galerie soll individuell sein und keine „08/15“-Galerie wie in vielen anderen Städten. Ein Elektrofachmarkt und Drogerieartikel, so Arnold, würden das Portfolio gut ergänzen. Solche Anbieter allerdings suchten in der Regel größere Flächen: „Unsere Herausforderung liegt darin, diese Mieter in Dormagen dennoch zu verwirklichen.“ Die von Alfred Sass vor 25 Jahren ausgegebene Maxime, „Bedarfsdeckung und Freizeitgestaltung“ unter ein Dach zu bringen, sie gilt auch heute noch. Aus dem Mund von Immobilien-Ökonomin Arnold klingt sie so: „Die Zukunft der Shopping-Center liegt im Verweilen.“ Gerne möchte sie deshalb wieder Ausstellungen und kleinere Veranstaltungen wie jüngst die Seniorenmesse in die gläserne Mall holen. Eher unter die Haut geht die Erneuerung der Kälteanlage, mit der die umfassende technische Modernisierung abgeschlossen ist. „Drei große Bausteine sind dann erledigt, denn das Glasdach wurde saniert, und die Heizung ist schon erneuert“, so Arnold. Kaum vermag man die Rathaus-Galerie mehr aus dem Stadtbild wegzudenken, die am 29. September 1995 ihre gläsernen Türen öffnete und in punkto Architektur und Auswahl Maßstäbe setzte. Aus Glas, Stahl und Stein entstand ein lichter Freizeittempel, der „nicht nach den Standards der damaligen Zeit gebaut ist, sondern in die Zukunft gerichtet war“, wie es Arnold formuliert.

Unser Autor kommentiert den Artikel hier.

Mehr von RP ONLINE