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Rat in Dormagen entscheidet: Rot-Grün für Bürgeramt in Rathaus-Galerie

Rat in Dormagen entscheidet : Nur die Koalition votiert für ein Bürgeramt in der Rathaus-Galerie

Mit einer vom Stadtrat genehmigten Absichtserklärung in der Tasche, konnte Bürgermeister Erik Lierenfeld am späten Donnerstag Abend Knechtsteden verlassen.

Dieser „Letter of intent“ besagt, dass die Stadt festen Willens ist, rund 870 Quadratmeter Flächen in der Rathaus-Galerie anzumieten, um dort publikumsträchtige Bereiche, wie das Bürgeramt, unterzubringen. Eine große Rückendeckung in der Politik gibt es für diese Pläne allerdings nicht: Nur die Mehrheits-Koalition aus SPD und Grünen stimmten dafür, alle anderen Ratsmitglieder waren dagegen.

Ein wesentlicher Grund für die ablehnende Haltung ist die lange Laufzeit des geplanten Vertrages: 30 Jahre. Während für die Verwaltung Erster Beigeordneter Robert Krumbein auf den dadurch günstigen Mietzins verwies – die Rede ist von zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter – argumentierten Kritiker, dass aufgrund der hohen Digitalisierungs-Geschwindigkeit völlig ungewiss sei, ob die Verwaltung in ein paar Jahren überhaupt noch so viele Räumlichkeiten benötigt. „Überall werden Büroflächen reduziert, entstehen neue Arbeitswelten – und im Rathaus will man Flächen für 30 Jahren anmieten: Das ist völlig unüblich“, sagte CDU-Ratsmitglied Michael Conrad. Als ein „Erfolgsmodell“ bezeichnete sein Fraktionsvorsitzender Kai Weber das Homeoffice, „nur in Dormagen nicht“. Weber forderte Lierenfeld auf, den Mitarbeitern mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Die Anmietung in der Rathaus-Galerie bezeichnete er als „einseitige Subvention eines privaten Anbieters“.

Lierenfeld bezeichnete die Kritik als „an den Haaren herbeigezogen“ und erklärte, dass es einen Bürgerkontakt immer geben werde: „Die Verwaltung ist Dienstleister. Wir schotten uns nicht ab.“ Der Wechsel ins die Galerie sei auch ein „klares Standortbekenntnis“.