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Dormagen: Raststätten-Ausbau erst 2016

Dormagen : Raststätten-Ausbau erst 2016

Der Ausbau der Raststätte Nievenheim (auf beiden Seiten) wird frühestens im Jahr 2016 beginnen. Das Areal an der A 57 soll sich verdoppeln. Wo der Ausgleich für wegfallende Ackerflächen geschaffen wird, ist heute noch unklar.

Jochen van Bebber vom Landesstraßenbauamt in Krefeld gibt sich keiner Illusion hin: "Die Stimmungslage unter den Landwirten ist angespannt, wir sind kein willkommener Gast." Was der Straßenbauexperte meint, ist der Ausbau der Raststätten Nievenheim Ost und West. Künftig sollen 75 Lastwagen, acht Busse und 80 Autos auf jeder Seite parken können.

Über Flächen muss noch mit den — nicht immer verkaufswilligen — Grundstückseigentümern verhandelt werden. Der ursprüngliche Plan, 2014 mit dem Bau zu beginnen, muss bereits verschoben werden- "Frühestens 2016", erklärte van Bebber gestern, könne mit den Arbeiten begonnen werden.

Unklar sind außerdem die Kosten. Zunächst waren zehn Millionen Euro für das Projekt veranschlagt worden. "Wenn wir bei der Feinplanung auf Probleme stoßen, könnte es aber auch teurer werden", sagt van Bebber. Die Entwicklung des Grobkonzepts ist mit dem Bundesverkehrsministerium immerhin abgestimmt. Fest steht: Die bisherige Fläche soll sich verdoppeln.

Während das Konzept für die Verkehrsflächen steht, hat sich das Landesstraßenbauamt über mögliche Erholungsflächen noch keine Gedanken gemacht. Bisher seien nur Restflächen berücksichtigt worden. Doch genau an dieser Stelle könnte Ärger drohen.

Die Delrather "Bürger Initiative Lebenswertes Delrath" (B.I.L.D.) hatte vor einigen Tagen bereits einen Antrag an die Stadt gestellt, den Ausgleich für in Delrath wegfallende Flächen auch in Delrath zu schaffen. Durch den Ausbau der Rastanlage werde direkt das Landschaftsschutzgebiet Zerringer Büschchen tangiert. Das erfülle eine wichtige Funktion als Rückzugsgebiet von Tieren in der weitgehend ausgeräumten Kulturlandschaft. Unter anderem Feldhase, Stockenten, Saatgänse, Nilgänse und andere Wasservögel leben am so genannten "Ententeich".

Stadtsprecher Swen Möser verwies gestern auf Nachfrage der NGZ an das Land, das als Planungsträger für die Ausgleichsflächen zuständig sei. Ein Ausgleich vor Ort wäre möglich, sagt Thomas Braun von der Biologischen Station in Dormagen. Doch müsse der Eingriffsverursacher analysieren, ob entsprechende Flächen zur Verfügung stehen. Üblicherweise wird Ausgleich in speziell ausgewiesenen Arealen geschaffen: in Dormagen der Wahler Berg, Zonser Grind, Tannenbusch, Kulturlandschaft Knechtstedener Wald und Rheinaue. Sie gehören dem Ökokonto-Konzept der Stadt an. "Diese Gebiete haben hohes naturschutzfachliches Potenzial", sagt Braun. Er hält das großflächige Konzept für "sinnvoller, als einen Flickenteppich von Ausgleichsflächen zu schaffen".

(NGZ/rl)