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Dormagen: Raphaelshaus: Projektgruppe bekommt Mentoren

Dormagen : Raphaelshaus: Projektgruppe bekommt Mentoren

Eine Experten-Runde spricht sich für schärfere Bedingungen bei der Aufnahme neuer jugendlicher Straftäter aus.

Wenn Hans Scholten heute Nachmittag vor den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses über die aktuelle Situation des Raphaelshauses spricht, muss er sich zurückhalten. Denn nach der Sitzung der "Begleitgruppe" des Modellprojektes mit jugendlichen Intensivtätern sind die Fachleute erst einmal zum Schweigen verdonnert.

Reden darf nur der Pressesprecher des Justizministeriums in Düsseldorf, Detlef Feige, und der hat durchaus Gutes zu erzählen. Feige sagte gestern, dass die "Horst-Wackerbarth-Gruppe" unter etwas veränderten Bedingungen weiter arbeiten wird. Die Experten der Begleitgruppe, bestehend aus Landesjugendamt, den Jugendvollzugsanstalten Ronsdorf und Iserlohn, dem Ministerium und dem Raphaelshaus selbst, haben zunächst die Geschehnisse der vergangenen Wochen analysiert.

Drei von sechs Intensivtätern waren geflüchtet, das Projekt daraufhin gestoppt und die restlichen drei Jugendlichen in die JVA Iserlohn gebracht worden. "Es wurde darüber gesprochen, was getan werden kann, um die Vorgabe des Rechtsausschusses des Landtages zu erfüllen, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt", sagte Feige.

Konkret einigten sich die Experten darauf, dass die drei Teilnehmer des Pilotprojektes (in den nächsten Wochen kommt ein vierter dazu) andere Jugendliche des Raphaelshauses als Mentoren erhalten. "Das soll beide Seiten stärken", so Feige. Ferner soll die "Bindungskraft" zwischen dieser Spezial-Gruppe und dem übrigen Haus erhöht und die Eltern nach Möglichkeit in den Entwicklungsprozesss eingebunden werden.

Die Straftäter — "die keine hoch gefährlichen Jugendlichen sind", so der Pressesprecher — sollen auf ihren Wechsel aus dem Gefängnis ins Raphaelshaus noch stärker als bisher vorbereitet werden. Zudem soll "dem Aufnahmeverfahren, also welcher Straftäter überhaupt in Frage kommt, eine noch höhere Aufmerksamkeit zuteil werden. Es müssen nicht alle sieben vorhandenen Plätze besetzt werden.".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Abschied aus dem "Jugendvollzug in freien Formen"

(NGZ/rl/jco)