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Dormagen: Raphaelshaus: Letzter Ausbrecher stellt sich Polizei

Dormagen : Raphaelshaus: Letzter Ausbrecher stellt sich Polizei

Alle drei Ausbrecher aus dem Raphaelshaus sind wieder im Gefängnis. Bereits am vergangenen Sonntag hat sich der letzte jugendliche Intensivtäter bei seinem Anwalt gemeldet. Am Montag Mittag stellte sich dann Alex W. (17) der Polizei in seiner Heimatstadt Euskirchen. Er wurde inzwischen in die JVA Wuppertal-Ronsdorf verlegt.

Diesen Vorgang bestätigte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums. Noch am Mittwoch hatte ein Sprecher des Hauses gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass noch ein Ausbrecher flüchtig sei. Das Ministerium sprach von "nicht ganz einfachem Informationsfluss".

Auch Raphaelshaus-Direktor Hans Scholten war offenbar nicht informiert. Er skizzierte am Donnerstag Abend im Jugendhilfeausschuss, in dem er selbst Mitglied ist, die aktuelle Situation. Er informierte über die Ausbrüche der drei Intensivtäter am 19. August und am 1. September. Scholten betonte, dass es "nie eine körperliche Auseinandersetzung" gegeben habe und sich die 17-Jährigen an diese Regelung gehalten hätten. Er sprach von "Heimweh oder möglichem Liebeskummer", die zu den Ausbrüchen geführt haben könnten. Vor dem Ausschuss warb Scholten ("Ich spiele mit offenen Karten") für die Einrichtung, versprach Redlichkeit und Transparenz. Er gab zu, das Modellprojekt in seiner Außenwirkung vielleicht unterschätzt zu haben. Scholten will regelmäßig im Ausschuss über die Arbeit im Raphaelshaus berichten.

(schum)