Dormagen: Raphaelshaus-Leiter diskutiert mit First Lady

Dormagen : Raphaelshaus-Leiter diskutiert mit First Lady

Für Hans Scholten, Leiter des Jugendhilfezentrums Raphaelshaus, dürfen Kinder nicht nur nach ihren schulischen oder sonstigen Leistungen beurteilt werden, sondern als Mensch in ihrer Gesamtheit: "Es kommt nicht nur darauf an, dass der Kopf trainiert wird, wichtiger ist, dass das soziale Gefüge und die Liebe und Anerkennung der Eltern und des Umfeldes stimmen."

Daher freut er sich, dass das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, jetzt mit seinem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland genau dies herausgestellt hat — die Bundesländer mit gutem Abschneiden bei der Pisa-Studie sind nicht automatisch diejenigen, in denen sich Kinder besonders wohlfühlen. Scholten diskutierte darüber am Dienstag auch mit Bettina Wulff, die Frau des Bundespräsidenten, die als Schirmherrin von Unicef zur Vorstellung des Berichts auch Hans Scholten ins Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen hatte.

Als Vorsitzender des BVkE, des Bundesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen, war Scholten zum Fachgespräch zur Vorstellung des Unicef-Berichtes gereist. "Wir müssen die Kinder ganzheitlich betrachten", sagt Scholten, der — nach einer Einladung von Johannes Rau — jetzt zum zweiten Mal im Schloss Bellevue war. "Laut der Studie haben hohe Arbeitslosigkeit, ein Mangel an beruflichen Chancen, ein hoher Anteil von Alleinerziehenden und ein unfriedliches Schulklima einen hohen Einfluss auf das Wohlbefinden der Kinder", so Scholten.

Bettina Wulff nahm sich Zeit für ein Gespräch mit Scholten, der ihr von einer geplanten Radtour berichtete, die die Helen-Keller-Gruppe des Raphaelshauses im Juni zum Demokratiefest nach Berlin führen wird. Dort werden die Mädchen den Gästen von ihren Erfahrungen auf den bisherigen Stationen ihrer Radtour "Entlang des Eisernen Vorhangs" von Finnland bis Instanbul erzählen. Bundespräsident Christian Wulff hatte die Raphaelshaus-Gruppe im Juni 2011 beim Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart getroffen und sie zum Demokratiefest eingeladen.

(NGZ/rl)
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